Neues Jahr, neues Glück – unsere Glücksorte in Wolfenbüttel

Was bedeutet Glück für euch? Keine Angst, dieser Beitrag wird nicht allzu philosophisch.

Zu Beginn des Jahres setzen wir uns neue Ziele, die guten Vorsätze halten leider oft nicht lang. Glücklich sein ist ein Ziel, was für fast alle die größte Herausforderung sein dürfte. Ich kenne viele Menschen, die mit Glück materielles verbinden: Das Eigenheim, das neue Auto oder ein Urlaub in fernen Ländern. Ja, diese Dinge geben uns kurzfristig ein Gefühl der Befriedigung. Aber mal ehrlich: Wie lange hält das bei euch an?

„Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen“

Wilhelm Busch

Dieses Zitat von Wilhelm Busch habe ich in der kleinen Pappschachtel „Das ABC des Glücks“ gefunden, die mir meine Kollegin gegeben hat. Das Zitat sprang mich sofort an und alle anderen Karten in der Schachtel sind für mich total nebensächlich geworden, denn ich finde es so perfekt passend.

Buchtipp: »Glücksorte in und um Braunschweig«

Genau diesen Ansatz hat auch die freie Journalistin Monika Herbst in ihrem Buch Glücksorte in und um Braunschweig verfolgt. Sie hat nach den kleinen Orten und Dingen Ausschau gehalten, die sie glücklich machen. „Hinter jeder Wegbiegung wartet das Glück auf seine Entdeckung“, verspricht der Buchrücken. Dass Glücksorte dabei ganz unterschiedlich sein können, zeigt sich auch an der Auswahl der Glücksorte in Wolfenbüttel.

Monika Herbst stellt neben der »Wolfenbütteler Eismanufaktur« auch das Schloss Wolfenbüttel, die Herzog August Bibliothek und »Pöligs Gemüsescheune« vor. Welches davon ist ein Glücksort für euch? Keiner? Vielleicht habt ihr nur noch nicht richtig hingeschaut. Vielleicht sind es aber auch einfach ganz andere Orte, die euch glücklich machen oder die Menschen, mit denen ihr sie entdeckt.

Auszug aus dem Buch „Glücksorte in und um Braunschweig“ ©Droste Verlag

Wenn ihr euch ebenfalls auf Glückssuche in Braunschweig und Umgebung machen wollt, dann findet ihr am Ende des Beitrags noch alle Infos zum Buch und wo ihr es bekommt.

Unsere Glücksorte in Wolfenbüttel

Bleibt die Frage, wo wir in Wolfenbüttel das Glück finden können. Unser Team hat ganz wunderbare Orte gesammelt, die jedem von uns aus ganz unterschiedlichen Gründen Kraft und Glück bringen.

Klein Venedig

Dagmars Glücksort

Wenn ich an meinen persönlichen Glücksort in Wolfenbüttel denke, fällt mir sofort Klein Venedig ein. Klein Venedig ist – wie der Name schon vermuten lässt – eine ganz besonders romantische Stelle in Wolfenbüttel. Hier auf einer kleinen Brücke stehend, an dem ehemaligen Grachtensystem, ist ein kleiner Kanal der Oker zu sehen, umsäumt von wunderschönen, schrägen und verwinkelten Fachwerkhäusern. Für Touristen ist Klein Venedig ein Hauptattraktionspunkt in unserer pittoresken Lessingstadt, aber auch als Einheimische kann ich mich an diesem besonderen Punkt nicht sattsehen.

Klein-Venedig
Klein Venedig in Wolfenbüttel ©Christian Bierwagen, Stadt Wolfenbüttel

Das Geländer der Brücke schmücken zahlreiche Liebesschlösser. Um das Romantikgefühl noch zu steigern ist Klein Venedig mit zahlreichen Blumenkästen geschmückt, die zu jeder Jahreszeit liebevoll und wunderschön bepflanzt sind.  An Klein Venedig komme ich jeden Tag auf meinem Arbeitsweg vorbei und auch wenn ich einen Bummel durch unsere Fußgängerzone mache. Manchmal nur ein kurzer Blick beim Vorbeiradeln, dann auch immer wieder Innehalten, Schauen, Genießen.  Dieser Ort gibt mir Ruhe, Gelassenheit und Geborgenheit. Wo es so schön ist, kann nur alles gut sein. Wieder „aufgetankt“ setze ich meinen Weg mit einem Lächeln fort.

Lechlumer Holz

Birgits Glücksort

Das Waldstück „Lechlumer Holz“ liegt im Norden Wolfenbüttels und ist eine der grünen Oasen der Stadt. Der LÖWE-Pfad (Walderlebnispfad) lädt Groß, Klein, Alt und Jung ein, den Wald auf andere Weise zu erkunden und außer Spaß zu haben kann nebenbei auch noch was gelernt werden. Findet das Baumtelefon, die Sprunggrube, das Waldxylophon die Waldliege und vieles mehr. Es lässt sich aber auch herrlich joggen, Fahrrad fahren oder einfach nur gemütlich spazieren gehen.

Fitness-Spaziergang im Lechlumer Holz.
Lechlumer Holz © Kira Jahnke, Stadt Wolfenbüttel

Dabei kann ich die Seele baumeln lassen, Energie tanken, träumen und frische Luft schnappen. Tipp: Vielleicht findest du ja auch einen Geocache (GPS-Schnitzeljagd). Es lohnt sich den Wald in allen Jahreszeiten zu besuchen, er versprüht in jeder einen besonderen Reiz. Im Sommer verbinden wir gern eine Fahrradtour durch den Wald mit einer Pause in Salzdahlum im Café Eiszeit. Auf bunten Bistrostühlen kann man köstliches selbst gemachtes Eis genießen. Ab Juni lädt auch das Feld der Domäne Salzdahlum zum Erdbeerpflücken ein. Naschen erlaubt😊

Altstadtgassen

Björns Glücksort

Ich fotografiere gern. Am liebsten sind mir dabei Motive, die sich nicht bewegen. Gebäude, Straßenzüge, Panoramen. Motive, deren Reiz sich manchmal auch erst beim zweiten oder dritten Blick richtig erschließt oder vertieft. Dafür bieten sich die Altstadtgassen in Wolfenbüttel perfekt an, vor allem in der Dunkelheit. Dann kann ich ganz allein oder als Chronist am Rande des Geschehens nur mit meiner Kamera und meinem Stativ ausgerüstet unterwegs sein, mir Zeit nehmen und ungestört vom Alltag die Altstadtgassen auf meiner Suche nach Motiven durchstreifen.

Langzeitbelichtung am Holzmarkt ©Björn Reckewell, Stadt Wolfenbüttel

Die unterschiedlichen Jahreszeiten, Wolken, Mond und Wetter lassen dabei immer wieder neue Lichtsituationen entstehen. Das lädt mich ein, wann immer ich will, auf Fotosafari im Dunkeln zu gehen. Mir bereiten unsere Altstadtgassen ganz oft im Jahr eine wundervolle Bühne für meine Fotos. Die Ruhe und Stille des Augenblicks, die ich beim Fotografieren empfinde machen sie deshalb zu meinem ganz persönlichen Glücksort.

Am Ahlumer Bach

Luisas Glücksort

Mein Glücksort liegt etwa 3 km hinter dem Wolfenbütteler Ortsschild. Entdeckt habe ich ihn ganz zufällig, als ich im letzten Frühling eine Feierabendrunde mit dem Rad gedreht habe. Meinen Freund habe ich zwar gefragt, ob er mitkommen möchte, er wollte aber nicht. Na gut, davon lasse ich mich nicht aufhalten.

Weitblick zum Durchatmen ©Luisa Drews, Stadt Wolfenbüttel

Auf der Suche danach, etwas aus der Stadt herauszukommen, verlasse ich Wolfenbüttel in Richtung des Ortsteils Ahlum. Die ersten paar Hundert-Meter folge ich der Straße, zum Glück gibt es einen Radweg. Später biege ich auf den Feldweg ein. Hinter Ahlum folge ich dem Feldweg am Ahlumer Bach. Die Sonne steht schon tief und taucht die Felder und die Pappeln am Bach in ein goldenes Licht. Ich steige ab und versuche ein Foto zu schießen, aber das Handy wird dem gar nicht gerecht. Hinter der Kurve ist eine Koppel auf der Pferde in der Abendsonne grasen. Die gesamte Szenerie strahlt so eine Ruhe aus, dass ich fast ein bisschen froh bin, dass ich allein gekommen bin. So nimmt man sein Umfeld viel intensiver wahr. Beim nächsten Mal nehme ich mir aber Begleitung mit.

Schlossplatz

Marthas Glücksort

Ich habe Wolfenbüttel erst vor Kurzem berufsbedingt richtig kennengelernt und war von Anfang an verliebt in diese Stadt. Selten sieht man so viel Schönes auf einem Fleck wie in der Wolfenbütteler Innenstadt. Bei meiner ersten Stadtführung im vergangenen Jahr lernte ich meinen persönlichen Glücksort kennen: den Schlossplatz. Seit über einem Jahr sehe ich den Schlossplatz fast täglich und zu jeder Jahreszeit und ich bin jedes Mal aufs Neue einfach fasziniert von der atemberaubenden Kulisse des Platzes.

Schlossplatz ©Stephanie Angel, Stadt Wolfenbüttel

Die wichtigsten und wohl berühmtesten touristischen Highlights umgeben diesen Platz. Das Schloss, das Lessinghaus, die Herzog August Bibliothek, das Meißnerhaus, das Zeughaus, alles auf einen Blick. Es ist meiner Meinung nach der perfekte Ausgangspunkt, um die Stadt zu erkunden. Bis heute schlendere ich regelmäßig in meiner Mittagspause über den Platz und verschicke stolz Bilder an meine Freunde und Familie aus der ganzen Welt.

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Wer sich von diesem Glücksplatz überzeugen möchte, kann dies (hoffentlich bald wieder) bei einem leckeren Snack im »Zum Glück« Café und Restaurant tun. In der ersten Etage hat man einen traumhaften Ausblick auf den gesamten Platz.

Blumeninsel am Rosenwall

Kiras Glücksort

Blumen machen mich glücklich. Seitdem ich in Wolfenbüttel wohne, freue ich mich über die vielen toll bepflanzten Blumenbeete. Besonders begeistert bin ich dabei immer wieder von der Gestaltung des Kreisels am Rosenwall – denn dort entsteht jedes Jahr eine neue Blumeninsel und damit einer meiner Glücksorte.

Bepflanzung zum 900. Stadtjubiläum. © Stadt Wolfenbüttel

Auf meinem Arbeitsweg komme ich täglich mit dem Rad an dieser blühenden Insel vorbei. Und fast jeden Tag sieht sie anders aus.

Als Eingangstor macht der Rosenwall-Kreisel mit seinen unzähligen bunten Blumen Lust auf einen entspannten Altstadtbummel. Der Fußweg vom Blumenkreisel durch die Rosengasse in die Innenstadt empfehle ich euch besonders im Frühling und Sommer, denn dann ist es dort herrlich grün und alles blüht. Nach wenigen Schritten ist schon die Okerstraße und das einzige Wolfenbütteler Blumencafé »Blütenzauber« erreicht. Hier gibt es nicht nur tolle Blumen zu kaufen, sondern auch leckere Waffeln zum Genießen.

Die Blumeninsel am Rosenwall wird beim Umzug des Altstadtfestes von Zuschauern „besetzt“. © Stadt Wolfenbüttel

In der gesamten Altstadt gibt es hübsche Blumeninseln in unseren Fachwerkstraßen zu entdecken. Ich wünsche auch euch viel Spaß bei der Suche nach eurem Blumenglück…

Dammwildgehege in der Asse

Alinas Glücksort

Mein absoluter Lieblingsort liegt etwas außerhalb von Wolfenbüttel. Genauer gesagt in Groß Denkte in der Asse. Nur ein paar Gehminuten entfernt von dem Asse Parkplatz Falkenheim ist er: das Dammwildgehege. So oft wie möglich führt mich meine Gassirunde mit meinem Hund Pluto dorthin. Ich freue mich immer wieder, wenn ich die Hirsche sehe. Hier kann ich einfach mal Nichts tun, die Ruhe der Natur genießen und diese stolzen Tiere bewundern.

Wer mich kennt, weiß, dass ich absolut tierverrückt bin und mich dort stundenlang aufhalten könnte. Manchmal habe ich Glück und einer der Hirsche kommt direkt an den Zaun, um sich streicheln zu lassen – wahrscheinlich auch in der Hoffnung, dass ich etwas zu Futtern versteckt habe. Das ist für mich jedes Mal ein absoluter Glücksmoment, der mich immer wieder zum Strahlen bringt. Jetzt im Winter habe ich sogar an einigen Tagen doppeltes Glück: dann kann ich nicht nur die Hirsche besuchen, sondern auch noch durch eine märchenhafte Schneelandschaft spazieren.

Schneelandschaft in der Asse ©Alina Jassmann, Stadt Wolfenbüttel

Holzmarkt

Stephanies Glücksort

In der Mittagspause spaziere ich gerne zum Holzmarkt. Gerade, wenn ein Tag besonders stressig ist, gelingt es mir dort ein paar Minuten inne zu halten. Bei den Bänken habe ich mittags die Wahl zwischen Sonne und Schatten – ich wähle meist die Sonne.

Manchmal starre ich einfach nur auf den grünen Rasen, manchmal beobachte ich die Gärtner, wie sie das Beet mit neuen Blumen bestücken und manchmal habe ich auch ein Buch dabei. Immer lasse ich ein paar Minuten den Blick über die Fachwerkfassaden und die Trinitatiskirche schweifen. Dann sind ganz schnell alle Bürodinge aus dem Kopf verschwunden, dann atme ich ein paarmal tief ein und gehe beschwingt und glücklich wieder zurück an die Arbeit.

Oderwald

Nicoles Glücksort

Natur pur. Meine schönsten Glücksmomente finde ich in der Natur. Daher verbringe ich viel Zeit im Oderwald. Ob beim Joggen vom Alltag abschalten sowie beim Spazierengehen entschleunigen und achtsam die Umgebung entdecken oder im Frühjahr zum Bärlauch sammeln. Besonders die frischen Blätter in der Anfangszeit schmecken zu einem Pesto verarbeitet sehr schmackhaft und zaubern beim Genießen ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht.

Bärlauchblüte im Oderwald ©Nicole Lüdicke, Stadt Wolfenbüttel

Der Bärlauch wächst im Oderwald an verschiedenen Stellen im westlichen Bereich und überdeckt große Flächen, die direkt an den Wegen liegen. Es zieht mich dann noch ein zweites Mal hin. Nämlich dann, wenn die Bärlauchblüte einsetzt, dann verwandeln sich die Felder in einen weiß-getupften grünen Teppich und ich wandle glücklich durch ein Blütenmeer.

Glücksrezept Bärlauchpesto

Parmesan und geröstete Wallnüsse in einer Küchenmaschine fein hacken, gewaschene Bärlauchblätter mit Olivenöl und gern auch etwas frischen Estragon dazugeben, mit Salz, Pfeffer und frisch gepressten Zitronensaft verfeinern bis es eine sämige Paste ergibt. Das Pesto ist vielseitig einsetzbar als Pastasoße, auf gerösteten Weißbrot oder zum Verfeinern von Soßen.

Viel Glück und guten Appetit.

Das Buch „Glücksorte in und um Braunschweig“

Glücksorte in und um Braunschweig
Fahr hin und wird glücklich

168 Seiten, erschienen im Droste Verlag, September 2019
14,99 Euro

Erhältlich zur Abholung und Lieferung in den Wolfenbütteler Buchhandlungen:

Buchhandlung Steuber
Bücher Behr

©Droste Verlag

Welches ist euer ganz persönlicher Glücksort? Schreibt uns einfach in den Kommentaren.

2 Gedanken zu “Neues Jahr, neues Glück – unsere Glücksorte in Wolfenbüttel

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