Der Barbereich lässt (fast) keine Wünsche offen.

»Zum Glück« im Wolfenbütteler Löwentor

Im Dezember 2019 wurde in Wolfenbüttel im Löwentor das Restaurant »Zum Glück« neu eröffnet. Der erfahrene Geschäftsinhaber Peter Schittko führt bereits seit Jahren sein Restaurant l’Oliveto erfolgreich in der Wolfenbütteler Innenstadt. Jetzt zeigt er auch am anderen Ende der Fußgängerzone, was er kann. Sein neues gastronomisches Projekt »Zum Glück« ist nicht nur ein Restaurant, sondern auch eine Cocktailbar und noch viel mehr…

Großstadtflair in Wolfenbüttel

Denver entdeckt die Karte. © Andreas Molau
Denver entdeckt die Karte. © Andreas Molau

Das ist definitiv mal etwas ganz Neues für Wolfenbüttel. Ein Stück Großstadtflair in unserer beschaulichen Lessingstadt. Heute bin ich ein wenig früher da als Denver, mit dem ich diesen Termin in der Woche gefunden habe, um das »Zum Glück« im neuen Löwentor zu besuchen. Ich sitze unten im Erdgeschoss, auf der linken Seite und in der Mitte des Gastraumes.

Meine Blicke schweifen durch die großen Fenster auf den Schlossplatz, auf dem gerade die Eisbahn aufgebaut worden ist. Nachdem dort im letzten Jahr bereits der Weinmarkt für Wohlfühlatmosphäre gesorgt hat und auch der Wochenmarkt für kurze Zeit heimisch war, bin ich gespannt, wie sich das Ensemble mit diesem neuen kulinarischen Restaurantangebot weiterentwickelt.

Viel Licht und junge Gäste

Der Barbereich lässt (fast) keine Wünsche offen. © Denver Künzer
Der Barbereich lässt (fast) keine Wünsche offen. © Denver Künzer

Diese »Location« wird einen guten Teil zur Belebung dieses historischen Ortes beitragen. Da bin ich mir sicher. Der Gastraum ist großzügig angelegt – in der Höhe und durch die Glasfront auch in die Weite, nach draußen. Allein die Bar, die den Raum mit indirektem Licht farblich wechselnd illuminiert und in Kassetten bis an die Decke bis zur zweiten Ebene klettert, ist ein Augenschmaus.

Zweiertische stehen an der Wand, größere runde mit gemütlichen Stühlen in der Mitte. An der Decke gibt es freie Rohrleitungen im Industrielook, der eine zeitlose, moderne Atmosphäre schafft.

Es ist schon nach 20 Uhr. An den Nachbartischen sitzen auffallend viele junge Gäste, die an einem Cocktail schlürfen und Kleinigkeiten zu sich nehmen.

Offenheit und Weite sind das optische Konzept im »Zum Glück«. © Denver Künzer
Offenheit und Weite sind das optische Konzept im »Zum Glück«. © Denver Künzer

Auf Foto- und Kulinariksafari

Denver kommt ein paar Minuten nach mir und streift gleich mit seinem Fotografenauge durch das Terrain. Ein bisschen sieht das bei ihm immer so aus, als sei er auf der Pirsch. Dass wir uns um diese Zeit zum Essen treffen, ist eigentlich eine Ausnahme. Denn Denver fastet im Intervall. Durch Zufall sei er darauf gekommen, berichtet er.

»Irgendwann saß ich im Büro und stellte fest, dass ich, ganz ohne Plan sechzehn Stunden ohne Essen war und dass mir das ganz guttut«, lächelt er. Aber es handelt sich nicht um einen »militanten« Vorsatz, räumt er ein. Er schaue nicht zu, wenn er mit anderen beim Essen säße. Erst recht nicht bei unserer kulinarischen Safari. Und schon gar nicht, wenn er dran ist.

»Zum Glück« – ein Burger-Restaurant?

Dran, um das »Erstwahlrecht« auszuüben. Im »Zum Glück«, das ist unser beider erster Eindruck, muss ich einfach einen Burger essen. Die ganze Atmosphäre einer gemütlichen Bar ruft danach.

Und tatsächlich gibt es absolut eigenwillige Kreationen. Keine Burger von der Stange. Da ist eine italienische Variante, einer mit Hühnchen, ein Rindfleischburger klassisch oder der »Wilde William«. Der soll es sein.

Der »Wilde William« ein »purer« Burger, findet Denver. © Denver Künzer
Der »Wilde William« ein »purer« Burger, findet Denver. © Denver Künzer

Dieser hätte mich auch angelacht. Ein Hirschburger mit Wildpreiselbeeren und Williams Christ-Birnenscheiben und Camembert – den die Karte verführerisch als »zartschmelzend« ausweist sowie Kartoffelrösti. Die Servicekraft, die uns herzlich begrüßt, bestätigt, dass die Burger wirklich gerne genommen würden.

Es gibt »Waldmannschnitzel« statt Sauerbraten.

»Wir haben da die traditionellen Gerichte, wie Sauerbraten oder Rouladen, die eher von der älteren Generation genommen werden und dann die Schnitzel oder eben die Burger«, erklärt er, während er uns die Getränke serviert: ein alkoholfreies Weizen und ein Spezialitätenbier. Als in die Jahre gekommener »Kulinariker« darf ich zielgruppengerecht den Sauerbraten bestellen.

Aber der ist leider aus. Also nehme ich auf Empfehlung des netten Kellners das Waldmannschnitzel. Seit das Jägerschnitzel – ganz zu Unrecht – einen schlechten Ruf bekommen hat, finde ich immer öfter solche Ausweichbezeichnungen.

Denn Pilzsauce und ein gut paniertes Schnitzel ist etwas Feines. Egal unter welchem Namen die beiden sich auch zusammenfinden…

Leckere Vorspeisen-Varianten

Wenn labbrige Dosenpilze mit einer passenden Mehlsauce und zähem Schnitzel mit weicher Panade serviert werden, kann das arme Jägerschnitzel nichts dazu. Ich bin neugierig, was ich im »Zum Glück« bekomme.

Oder darf es als Vorspeise lieber etwas Italienisches sein? © Denver Künzer.
Oder darf es als Vorspeise lieber etwas Italienisches sein? © Denver Künzer.

Vorweg nimmt Denver ein Ofengemüse mit gratiniertem Schafskäse, und ich genehmige mir eine Caprese. Die ist ansprechend dekoriert.

Die Küche hat den Mozzarella rund herum eingeschnitten und Tomatenspalten reingesteckt.

Das Ofengemüse sieht ebenfalls sehr lecker aus. Wir könnten es uns prima als Begleiter für einen feuchtfröhlichen Abend vorstellen, bei dem ich zu fortgerückter Stunde einen »Hieb« auf etwas Herzhaftes bekomme.

Der gratinierte Schafskäse mit Ofengemüse ist auch ein idealer Begleiter für einen feuchtfröhlichen Abend. © Denver Künzer
Der gratinierte Schafskäse mit Ofengemüse ist auch ein idealer Begleiter für einen feuchtfröhlichen Abend. © Denver Künzer

Auch wenn wir uns gern beim Essen Zeit lassen. Es ist erfreulich, dass wir nicht lange auf den »Starter« warten müssen.

»Zum Glück« hat auch Craft-Bier im Angebot …

In der Pause zum Hauptgang genießen wir die Atmosphäre. Denver streift noch einmal herum und entdeckt ein Regal mit Craft-Bier – das allerdings nicht auf der Karte steht.

»Wir entwickeln uns ganz allmählich«, erklärt die freundliche Servicekraft, während sie Burger und Schnitzel serviert. Bald gebe es eine überarbeitete Version, die sich jetzt mit den Erfahrungen entwickelt habe.

Bald gibt es auch Craft-Beer im »Zum Glück« © Denver Künzer
Bald gibt es auch Craft-Beer im »Zum Glück« © Denver Künzer

Für den Besuch im »Zum Glück« gebe es zwei zeitliche Abschnitte:

  1. Mittag, Nachmittag und früher Abend, bei dem eher der Fokus auf Essen und gepflegter Gemütlichkeit liegt.
  2. Und dann der Abend ab 20 Uhr, an dem der jüngere Teil des Wolfenbütteler Publikums angesprochen werden soll. Dafür werde der Barbereich stetig erweitert.

Die Hauptgerichte: frisch, und authentisch – ohne Schnickschnack!

Einen schönen Whisky hätte ich gern probiert. Aber das Auto steht in der Nähe und mahnt zur Zurückhaltung. Zum Schnitzel passt jedoch genauso gut das alkoholfreie Weizen.

Die Panade ist kross, die Pilze frisch und die Sauce zu den knusprigen Pommes ist lecker. Dazu gibt es einen knackigen Salat. Was will ich mehr?

Das Waldmannschnitzel – nicht nur für Jäger… © Denver Künzer
Das Waldmannschnitzel – nicht nur für Jäger… © Denver Künzer

Und auch Denver schwärmt von seinem Burger: Pur sei er, ohne Schnickschnack und schmackhaft. Ich koste das Patty, dass den typischen Wildgeschmack hat. Die Röstis – etwas, bei dem ich sonst in Restaurants oft vorsichtig bin – sind locker, luftig und außen kross.

Definitiv werde ich diesen Burger das nächste Mal selbst in Gänze probieren. Unser munteres Gespräch verstummt beim Hauptgang.

»Zum Glück« – auch eine Cocktailbar!

Wir sind beide satt und glücklich. Dass an diesem Tag die hausgemachten Desserts – Eisvariationen zum Beispiel – aus sind, zeigt, dass hier frisch zubereitet wird, und ist in unserem Fall nicht schlimm.

Wir wollten ohnehin die Cocktailkarte ausprobieren. Natürlich diesmal ohne Alkohol. Denver nimmt einen cremigen »Gekko«, und ich bestelle einen »Mojito Virgin«. 

Mojito geht auch ohne Alkohol, findet Andreas. © Denver Künzer
Mojito geht auch ohne Alkohol, findet Andreas. © Denver Künzer

Es ist jetzt inzwischen zehn geworden. An der Bar sitzen viele Gäste, die Stimmung ist gelöst. Mich erinnert es an meine Studienzeiten, in denen ich auch während der Woche zwanglos abends in einer Bar oder Kneipe abhängen konnte, ohne an den drohenden, folgenden Arbeitstag denken zu müssen. Ich hatte das Privileg. Nun ist die Generation meiner Kinder dran. Es sei ihnen von Herzen gegönnt.

Unser Resümee: Wir kommen auf jeden Fall wieder!

Für uns ist es Zeit, um ein Resümee zu ziehen. Das neu eröffnete »Zum Glück« im Löwentor ist ein Gewinn für Wolfenbüttel. Für unseren Geschmack liegt der Hauptakzent auf dem Barcharakter mit feinen Speisen. Das schafft eine zwanglose, kommunikative Atmosphäre. Ein guter Streifen im Filmpalast mit Freunden und anschließend eine Runde hier. Das klingt nach einem Plan.

Wir kommen wieder… © Denver Künzer
Wir kommen wieder… © Denver Künzer

Aber auch die Aussicht auf ein Rumpsteak oder eine Kaffeerunde hat etwas für sich. Gespannt bin ich auf die Atmosphäre im Sommer, wenn sich der ohnehin schon offene Raum nach außen erweitert und wir draußen mit Blick auf das Schloss einen leckeren Cocktail genießen können. Dann gibt es einen richtigen Mojito und den Wunschburger. Vorfreude ist ja bekanntlich die beste Freude.

  • Der leuchtende Schriftzug üebr der Tür ist einladend und macht neugierig.
  • Rustikale Tischdeko.
  • Alte Teekannen an der Wand sorgen für Atmosphäre.
  • Ein offenes Raumkonzept.
  • Gesund und lecker - Gemüse zur Vorspeise.
  • Kartoffelvariation als Burger-Beilage.
  • Abschließend noch einen Cocktail an der Bar genießen ...
  • ... und vielleicht noch einen zweiten.
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Im Video gibt es einen kleinen Einblick ins »Zum Glück« und zwei weitere Gastrobetriebe in Wolfenbüttel.

Weitere Informationen über das Restaurant »Zum Glück«

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