So kocht Wolfenbüttel: Drei-Gänge-Weihnachtsmenü

Das Weihnachtsfest naht mit großen Schritten. Die Frage nach dem Weihnachtsessen ist in vielen Familien ja ein großes Thema. Wir haben gekocht und stellen euch heute unser Weihnachtsmenü vor. Natürlich haben wir dafür wieder regional eingekauft und möglichst viele saisonale Produkte verwendet oder auf Bioqualität und fairen Handel geachtet.

Was gibt es bei euch an den Feiertagen zu essen? Schreibt uns mal in den Kommentaren.

Bevor es an die Rezepte geht, wünschen wir euch neben einem guten Appetit vor allem ein besinnliches Weihnachtsfest. Wir verabschieden uns damit in eine Blog-Weihnachtspause und melden uns im neuen Jahr wieder. Vielen Dank für eure Lese-Treue.

Vorspeise: Pastinaken-Senf-Suppe mit Kresse und Granatapfel (vegetarisch)

Von Birgit

Lasst uns froh und nachhaltig sein, auch beim Weihnachtsmenü😊 Ich liebe es am Heiligen Abend mit der Familie zusammen zu sitzen und gut zu speisen und schöne Gespräche zu führen. Da es bei uns aus Tradition immer ein 3 – 4 Gänge Menü gibt, achte ich darauf, dass man die Gerichte gut vorbereiten kann und die Vorspeise und den Nachttisch vielleicht schon am Vorabend zubereitet.

Eine nette Tischdekoration, schönes Geschirr, Stoffservietten, Kerzenschein gehören für mich ebenso zu einem gelungenen Weihnachtsessen dazu. Ich fange so circa vier Wochen vorher an in unterschiedlichen Plattformen (Käptn. Cook, Pinterest, Chefkoch usw.) aber auch in Zeitschriften, wie Essen und Trinken, Landlust, Genießen oder was mir sonst noch so in die Hände fällt, zu stöbern und mich inspirieren zu lassen. Dabei achte ich immer mehr auf regionale und saisonale Lebensmittel. Dieses Mal bin ich auf die Pastinake gekommen, das leckere Wurzelgemüse wirkt auf den ersten Blick etwas unscheinbar, doch der Eindruck täuscht. Pastinaken enthalten Magnesium, den Ballaststoff Pektin und ätherische Öle, also eine tolle Knolle😊

Das Gemüse für die Suppe habe ich in Pöligs Gemüsescheune gekauft, beim Anblick der vielen frischen Sachen bekommt man schon große Lust diese zu verarbeiten. Die Haselnüsse stammen aus dem neuen Laden o-Ve Ohne Verpackung und die restlichen Zutaten aus der Kornblume.

Pastinaken-Senf-Suppe mit Kresse und Granatapfel

Gericht Suppe, Vorspeise
Keyword vegetarisch
Portionen 2 Portionen

Zutaten

  • 500 g Pastinaken
  • 2 kl. Schalotten
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 100 ml Sahne
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1 TL Senf
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Zimt
  • 1 EL gehackte Kresse
  • etwas Muskat
  • 1 TL Olivenöl

Als Topping

  • 1 EL gehackte Haselnüsse
  • 2 EL Granatapfelkerne
  • 2-3 EL Creme fraiche
  • etwas Kresse

Anleitungen

  • Die Pastinaken schälen und in kleine Stücke schneiden. Die Schalotten pellen und grob hacken.
  • Olivenöl im Topf erhitzen und die Schalotten darin glasig anbraten. Dann die Pastinakenhin zugeben. Das Ganze mit der Gemüsebrühe (die ich auch immer aus Suppengemüse und Gewürzen selbst zubereite) ablöschen und 20 bis 30 Minuten köcheln lassen – dabei ab und zu umrühren.
  • Nun die Gewürze, die Sahne und den Senf hinzugeben. (Das möchte man doch immer gern mal, seinen Senf hinzugeben😊) Alles pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Die Suppe in Schälchen füllen, die Creme fraiche cremig rühren und darüber geben. Zum Schluss mit Granatapfelkernen, Haselnüssen und Kresse bestreuen. Dazur eiche ich selbst gemachtes Knäckebrot.

Tipp: Beim Kochen weihnachtliche Musik hören, um sich schon mal in Stimmung zu bringen.


Hauptgang: Rinderbraten mit weihnachtlicher Kaffeekruste

Von Björn

Kommen wir jetzt zum Hauptgang. Schön festlich soll er sein. Dabei sollen die Zutaten gut in die Saison passen. Bei den Beilagen fiel meine Wahl deshalb schnell auf Rotkohl und Rosenkohl. Serviettenknödel kommen bei meiner Familie auch immer gut an. Beim Fleisch wäre eigentlich Reh das richtige fürs Weihnachtsmenü.

Ich habe mich allerdings für einen Rinderbraten entschieden, das Reh würde es erst an den Festtagen geben. Viel wichtiger ist uns ohnehin eine gute Soße. Außerdem werden die Bratenscheiben auch noch mit einer Kaffee-Gewürzkruste verfeinert.

Wie gesagt, die Soße ist uns das Wichtigste. Unsere durfte sich deshalb bereits ab dem Vormittag leise köchelnd einreduzieren. Später gesellen sich noch ein paar Kaffeebohnen dazu und die besondere Note gibt der Abrieb von einer Tonkabohne. Aber Achtung: die Bohnen sind schon in kleinster Menge sehr geschmacksbestimmend.

Hier findet ihr das Rezept. Viel Spaß beim Nachkochen.

Rinderbraten mit weihnachtlicher Kaffeekruste

Gericht Hauptgericht
Land & Region Deutschland
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 2 Stunden 30 Minuten
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 1000 g Rinderbraten (oder gern auch Lammfilet oder Rehrücken)
  • 500 g Schmorgemüse (Zwiebeln, Sellerie, Möhren)
  • 3 EL Öl
  • 1 TL Tomatenmark
  • 1 Stück Lorbeerblatt
  • 400 ml Rotwein (Spätburgunder)
  • 30 Stück Kaffeebohnen
  • 1 TL Speisestärke
  • Pfeffer
  • Salz
  • 1 Stück Sternanis
  • 2 Stück Pimentkörner
  • 1 Stück Kardamomkapsel
  • 1/2 TL Koriandersaat
  • 1/2 TL Pfefferkörner
  • 80 g Butter (weich)
  • 2 Stück Eigelb
  • 1/2 TL Rosmarin, gehackt
  • 40 g Mandel, gemahlen
  • 2 EL Petersilie, fein gehackt
  • 2 EL Semmelbrösel

Anleitungen

  •  Rinderbraten parieren und Silberhäute entfernen. Rückenfleisch zugedeckt kalt stellen. Wenn keine Knochen für die Soße vorhanden sind, dann die Abfälle vom Bratenstück und ggf. ein wenig Fleisch für die Soße verwenden. Gemüse putzen und klein würfeln. Fleischreste und Gemüse in einem Bräter in 2 El Öl anbraten und bei mittlerer Hitze in 15 Minuten braun rösten. Tomatenmark einrühren, Lorbeerblatt zugeben und mit Rotwein ablöschen. Vollkommen einkochen lassen, mit 2 l Wasser auffüllen. Offen 1 Stunde bei kleiner Hitze kochen lassen. Den Fond durch ein feines Sieb in einen anderen Topf gießen und mit 10 Kaffeebohnen auf 300 ml einkochen lassen. Stärke in wenig kaltem Wasser auflösen. Soße leicht damit binden und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Bis zum Servieren warm halten.
    Tipp: Die Soße bekommt zum Kaffeearoma mit ganz wenig Tonka-Bohne einen besonderen Pfiff!
  • Als nächstes für die Kruste Sternanis, Piment, Kardamom, Koriander, Pfefferkörner und restliche Kaffeebohnen in einem Mörser fein zerstoßen. Butter und 1 Prise Salz mit den Quirlen des Handrührers cremig aufschlagen. Eigelb nach und nach zugeben und cremig aufschlagen. Gewürze, Rosmarin, Mandeln, Petersilie und Semmelbrösel untermischen und zu einer geschmeidigen Masse verrühren. Zwischen Klarsichtfolie 3 mm dünn ausrollen und mindestens 30 Minuten kalt stellen.
  • Bratenstück in einem Topf rundum scharf anbraten, dann Zwiebeln zugeben und ein paar Minuten mit anrösten. Dann mit etwas Rotwein und Brühe ablöschen und zugedeckt 2 Stunden bei mittlerer Hitze schmoren lassen. Alle halbe Stunden wenden, damit der Braten rundum saftig bleibt. Nach dem Braten aufschneiden und in einer feuerfesten Form aufgeschnitten bereitstellen.
    Tipp: Bei Lammfilet oder Rehrücken das Fleisch in einer Pfanne scharf anbraten und dann je nach Dicke der Scheiben im Ofen mit ca. 170 Grad für 10-12 Minuten garen lassen. Ein Fleischthermometer verhindert, dass das Fleisch zu trocken wird.
  • Zum Schluss die Kruste in Stücke schneiden und die Fleischstücke damit passend belegen. Unter dem Backofengrill in 3-4 Minuten hellbraun gratinieren.
    Gratinierte Fleischstücken z. B. mit Rotkohl, Speck-Rosenkohl und Serviettenknödeln servieren.

Für den Einkauf kann ich folgende Tipps geben: Gutes Fleisch bekommt man z. B. beim Gourmetmarkt Röber, bei der Fleischerei Heine oder der Landschlachterei Neldner. Auch abseits des Wochenmarkts gibt es ganz viele frische Produkte bei der Kornblume, die Tonka-Bohnen bei Barrique und den Kaffee natürlich bei Treccino oder in der Tourist-Info.

Auf einem Teller liegen zwei Scheben BRaten mit Serviettenknödeln, Soße, Rotkohl und Rosenkohl
Et voilà, fertig ist das Festtagsgericht!

Dessert: Apfel-Mandarinen-Polenta mit geeister Lebkuchensahne (vegetarisch)

Von Luisa

Nach dem deftigen Hauptgang habe ich mir überlegt, darf es zur Nachspeise etwas leichter und fruchtiger werden. Mandarinen sind ja das Winterobst schlechthin und mit Zimt und Lebkuchengewürz passt auch der Rest des Nachgangs wunderbar in die Weihnachtszeit und bildet einen perfekten Abschluss für unser Weihnachtsmenü.

Achtung, die Menge ist zwar für vier Portionen angegeben und passt gut als kleine Leckerei, wenn ihr euch vorher schon den Bauch vollgeschlagen habt. Naschkatzen sollten lieber gleich etwas mehr zubereiten.

Mandarinen gibt es zu dieser Jahreszeit an fast jedem Stand auf dem Wochenmarkt. Die Polenta und das Kakaopulver habe ich im Unverpacktladen o-Ve ohne Verpackung bekommen. Besonders gut daran finde ich, dass ich genau die Menge Polenta kaufen kann, die ich brauche und keine große Packung kaufen muss. Denn außer bei diesem Rezept, bin ich mit Polenta noch nicht so richtig warm geworden. Wenn ihr Argumente, also am besten vegetarische Rezeptvorschläge, habt, um mich umzustimmen, lasst es mich gern in den Kommentaren wissen.

Kakaopulver brauche ich öfter, deswegen seht ihr auf dem Bild auch eine größere Menge, als im Rezept benötigt. Im Unverpacktladen läuft mir außerdem eine Flasche Apfelsaft aus Äpfeln von Streuobstwiesen bei Königslutter über den Weg. Auch die Kornblume bietet regelmäßig Saft aus regionalen Mostereien an. Dorthin wollte ich eh als nächstes, schließlich steht auch noch die Sahne auf meiner Liste. Von dort einmal um die Ecke führt mich mein Weg in das Reformhaus Bertram, wo ich noch ein paar fehlende Gewürze in Bioqualität finde.

Apfel-Mandarinen-Polenta mit geeister Lebkuchensahne

Gericht Nachspeise, vegetarisch
Zubereitungszeit 40 Minuten
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 300 ml Apfelsaft
  • 5 EL Polentagrieß
  • 2 EL Zucker
  • 1 Zimtstange
  • 1/2 Vanilleschote
  • 4 Mandarinen
  • 100 ml Sahne
  • Lebkuchengewürz
  • 1 TL Kakaopulver

Anleitungen

  • Zuerst die Sahne mit einem Teelöffel Zucker und etwa einem Teelöffel Lebkuchengewürz schlagen. Tastet euch am besten schrittweise an die richtige Menge Gewürz heran. Dann kommt sie in einem geeigneten Gefäß für 40 Minuten ins Eisfach.
  • Als nächstes wird der restliche Zucker mit 100 ml Apfelsaft aufgekocht. Hier könnt ihr natürlich selbst entscheiden, wie süß es werden soll, schön fruchtig ist es auf alle Fälle.
  • Wenn der Zucker sich im Saft gelöst hat, den restlichen Saft, die Polenta, die Zimtstange hinzugeben, Aufkochen und ohne Hitze 10 Minuten quellen lassen.
  • In der Zwischenzeit etwas Schale der Mandarinen abreiben und die Mandarinen putzen und zerteilen.
  • Warm servieren, oder die Polenta wieder erwärmen, vorher die Zimtstange und Vanilleschote entfernen und etwas Mandarinenschale unterrühren.
  • Dann die Polenta in eine Schale oder ein Glas füllen, darauf Mandarinenstückeverteilen und einen Klecks Lebkuchensahne aus dem Eisfach darüber geben. Zum Abschluss mit etwas Kakaopulver bestäuben.

Lust auf noch mehr regionale Rezepte? Dann klickt mal in unser Frühlingsmenü: So kocht Wolfenbüttel: Drei-Gänge-Menü für den Start in den Frühling

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