Entspannung pur am Stadtgraben-Strand. © Denver Künzer

Ein Stadtstrand im Herzen Wolfenbüttels

Wir besuchen den »KOMM Beach Club«. Das ist ein idealer Ort, um etwas zu beginnen: zum Beispiel den Feierabend oder das Wochenende.

Strandflair auch an der Bar. © Denver Künzer
Strandflair auch an der Bar. © Denver Künzer

Individuelle Erinnerungen an den »Ententeich«

Beim Stadtgraben, dem Ententeich, hinter dem Wolfenbütteler Theater hat jeder so seine eigenen Erinnerungen, wenn er aus der Lessingstadt stammt. Ich verbinde das mit langweiligen Sonntagsspaziergängen mit der Familie, die ein wenig durch die lustigen Enten aufgehellt wurden. 

Dann sind da Bilder vom Sportunterricht mit hängender Zunge, aber auch solche vom Schlittschuhlaufen. Als ich mich heute mit Denver, dem fotografischen Begleiter der kulinarischen Wolfenbütteltouren beim »KOMM Beach Club« treffe, wird mir eigentlich noch einmal so richtig klar, wie schön diese Ecke Wolfenbüttels eigentlich ist.

Entspannung pur am Stadtgraben-Strand. © Denver Künzer
Entspannung pur am Stadtgraben-Strand. © Denver Künzer

Entspannung pur

Ich habe mein Fahrrad direkt am Wasser an den Fahrradbügeln geparkt. Die Schlange vor dem Einlass ist lang, die Stimmung gut. Meine Blicke schweifen über die lustigen Strohschirme, die ein bisschen an Copacabana erinnern, dem Sand hin zu dem ruhig daliegenden Wasser, das einst zum Schutz, heute zur Erholung da ist.

Nina Heptner, die als Chefin selbst an der Pforte zur Kurzweil steht, begrüßt die Ankommenden und führt sie geduldig auf ihre Plätze. Die meisten haben reserviert, aber einige kommen auch ganz spontan. »Wollen Sie einen sonnigeren Platz? Oder Schatten? Soll es eine Ecke im Sand sein?« Alle pilgern zufrieden auf ihren Platz. In den Zügen der Gäste liegt Entspannung.

Eine kleine aber feine Karte. © Denver Künzer
Eine kleine aber feine Karte. © Denver Künzer

Vom Gast zum Betreiber

»Die Sache mit der Platzanweisung hat sich als wirklich sehr praktikabel erwiesen«, berichtet mir Nina Heptner, als ich bereits beim ersten alkoholfreien Weizen am Tisch sitze. Ein Wolters. Ich unterstütze nicht nur die Region gern. Die Braunschweiger Brauer können auch wirklich »Weißbier«.

Inzwischen ist Denver – ebenfalls mit dem Fahrrad – angekommen. Er durchstreift erstmal das Objekt, um die richtigen Blickwinkel zu finden. Nina Heptner berichtet indessen, wie sie dazu gekommen ist. »Ich war hier selbst begeisterter Gast und wir haben nicht gezögert das zu übernehmen«, berichtet sie. Wir, das ist die »Vierertruppe«: Peggy Siegmund-Persson, Nina Heptner, Sven Siegmund und Jarek Kasperczyk.

Gute Grundlage für leckere Cocktails. © Denver Künzer
Gute Grundlage für leckere Cocktails. © Denver Künzer

Bei gutem Wetter brennt die Hütte

Mit dem »KOMM« gab es die Location für den Winter. Mit der Strand-Variante war die passende Ergänzung für die Sommermonate gefunden. Dass so viele Projekte natürlich auch viel Arbeit bedeuten, schreckt Nina Heptner nicht. Im Gegenteil: Das Jonglieren und Organisieren scheint ihr Spaß zu machen.

Das Geschäft im »KOMM Beach« ist sehr wechselhaft. Wenn das Wetter gut ist, wie heute, dann platzt alles aus den Nähten und wir brauchen viele Leute. Und dann gibt es wieder Phasen, wo es ruhiger ist«, erklärt sie. Mit dem Personal muss sie deshalb kreativ planen.

Es ist Burger-Zeit. © Denver Künzer
Es ist Burger-Zeit. © Denver Künzer

Eine kleine, aber feine Karte

Wir werden freundlich angesprochen, und obwohl wir die kleine, aber feine Karte schon etwas auf dem Tisch hatten, sind wir noch nicht ganz schlüssig. Denver tendiert zu den Riesengarnelen mit Aioli und Baguette sowie einem Salat. Ich kann heute auf einen ganz klassischen Burger. 

Auch der mit Ziegenkäse reizt mich. Aber der Sommer ist noch lang. Neben Tapas und frischen Salaten werden auch Schnitzelvariationen und Ofenkartoffeln angeboten. Die Küche ist leicht, das Getränkeangebot ist reich. Genau das Richtige für einen entspannten Abend.

Leichte mediterrane Küche im Komm Beach. © Denver Künzer
Leichte mediterrane Küche im Komm Beach. © Denver Künzer

Verstummende Gespräche

In der gelösten Stadtstrand-Atmosphäre lässt es sich wohlergehen. Denver ist skeptisch, dass er satt wird, und ordert zu den Garnelen noch eine Portion Süßkartoffel-Pommes frites (für ihn eine gute Entscheidung). Und als Brauer muss es das »Hacker Pschorr Kellerbier« sein – offenbar ein weißer Fleck auf seiner Bier-Gourmetkarte. Der Hopfentrunk besteht den Test.

Das Essen hält ebenfalls das, was es verspricht. Trotz eines vollen Hauses müssen wir nicht allzu lange warten. Wobei Zeit im »Komm Beach Club« eigentlich sowieso keine Rolle spielen dürfte. Denn angenehmer könnt ihr sie kaum verbringen. Die Garnelen machen Denver glücklich. Das Pulen geht ihm leicht von der Hand. Unsere Gespräche verstummen.

Die Süßkartoffel-Pommes-Beilage für Denver zum Sattwerden. © Denver Künzer
Die Süßkartoffel-Pommes-Beilage für Denver zum Sattwerden. © Denver Künzer

Burgerträume

Mein Burger hat ein krosses Patty, das ist anders, als ich erwartet hatte, aber eine schöne Überraschung. Was zwischen den Brötchenhälften untergebracht ist, schmeckt nicht nur fabelhaft, sondern macht sich mit den knusprigen Pommes richtig gut. Gerade bei Letzteren – eigentlich so ein einfaches Produkt – kann so viel falsch gemacht werden.

Sie können labbrig sein, verbrannt, mehlig, nach altem Fett schmecken. Hier munden sowohl die Normalen wie die Süßkartoffelvariante bestens. Es ist ein bisschen warm draußen. Deshalb lassen wir den Nachtisch aus, obwohl sich ein Schokotörtchen sehr gut anhört. Am Wochenende, so berichtet Nina Heptner, gebe es Torten von Stern.

Am Wochenende gibt es Torten von der Konditorei Stern. © Denver Künzer
Am Wochenende gibt es Torten von der Konditorei Stern. © Denver Künzer

Kaffeetrinken im »Komm Beach Club«

Die ehemalige Konditorenweltmeisterin vom Juliusmarkt zaubert wirklich leckere süße Sünden. Und wer weiß: Ein sonntäglicher Spaziergang am Ententeich könnte durch so ein Gedeck noch einmal aufgewertet werden. Wir ordern heute einen Cocktail. Wie es sich für gute Stadtstrand-Gastronomie gehört, ist die Auswahl richtig groß.

Denver bekommt ein amüsantes Spielzeug: In einem großen Glas ist Slush-Eis. Mit einer Halterung ist eine Bierflasche befestigt, deren Inhalt sich peu à peu entleert, wenn er mit dem Strohhalm saugt. Er ist so begeistert, dass er sich gleich während des Genusses dazu entschließt, eine To-Go-Variante zu ordern. Was aus dem Eis geworden ist, werde ich beim nächsten Treffen erfahren. 

Ein Spielzeug für Denver … © Denver Künzer
Ein Spielzeug für Denver … © Denver Künzer

Cocktails ohne Ende

Ich probiere etwas Neues auf der Karte: Schön rot und trotzdem nicht Aperol: Gin, Martini und Campari bilden eine sehr schmackhafte Mischung, die aber auch ganz schön Umdrehungen hat. Da ich vorher alkoholfrei »war«, ist es trotzdem für den Abend genau passig für mich. Diese Variante gibt es ebenfalls mit Prosecco. Das kann ich mir genauso gut vorstellen.

Und eine Martini-Gin-Campari-Mischung für mich. © Denver Künzer
Und eine Martini-Gin-Campari-Mischung für mich. © Denver Künzer

Unser Fazit

Unser Fazit für das »KOMM Beach« ist klar: ein richtig guter Ort, um zu chillen und zu genießen. Ein super Service, eine tolle Atmosphäre und leckeres Essen mit einer großen Auswahl von Getränken. Das nächste Mal werden ich mir ein Buch schnappen und mich auf die Lümmelbank verfügen.

Dort werde ich in Ruhe einen Cocktail schlürfen, ab und zu über den Buchrand aufs Wasser schauen und mir überlegen, wo ich den nächsten Urlaub buchen kann. Bis dahin bin ich in meiner Lieblingsstadt gut aufgehoben. Ein Sommer ohne mindestens einen Termin im »KOMM Beach Club« ist, um mit Loriot zu reden, möglich aber sinnlos.

Weitere Informationen über den KOMM Beach Club

Google Maps

Mit dem Laden der Karte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Google.
Mehr erfahren

Karte laden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.