Bunte Stoffe im Zick Zack Wolfenbüttel

Kreative Geschäfte, die Ihr kennen solltet – Teil 1

Jetzt wo die Tage kürzer werden, werden die Abende mit meiner Nähmaschine umso länger. Im Sommer steht das gute Stück (eine Neue wäre mal angebracht) zugegebener Maßen meistens ungenutzt rum. Sobald es draußen kühler wird, fängt bei mir die kreative Phase an. Ich bin aber nicht nur begeisterte Hobby-Schneiderin, sondern greife auch gern zu Stricknadeln und Wolle oder Pappe und Schere. Wolfenbüttel ist dabei für mich das absolute Paradies. Bereits bei meinem ersten Besuch hier habe ich einen Bastelladen, ein Wollgeschäft und einen Stoffladen entdeckt – ein Traum!

Für Euch habe ich mich in meinen Lieblingsgeschäften umgeschaut. Nächste Woche gibt es dann noch mehr zu lesen. Wartet es ab! Seid ihr genauso handarbeitsverrückt? Habt Ihr einen Geheimtipp für mich? Schreibt mir gern in den Kommentaren.

#Kreativ-Geschäft 1: Fingerhut – Stoffe und Nähmaschinen

Bei meinem Besuch im Fingerhut begrüßt mich eine extrem sympathische Barbi Kleinermann. Sie ist seit diesem Jahr Inhaberin des Traditionsgeschäfts, das es schon seit über 30 Jahren gibt. Das Alter sieht man dem Geschäft nicht an, denn es wurde fleißig umgebaut und erstrahlt wirklich in neuem Glanz. Da zur Zeit das Pflaster im Großen Zimmerhof neu gemacht wird, betrete ich den Laden durch den zweiten Eingang in der Rathauspassage. Dort entdecke ich gleich das neue Atelier, in dem die Nähkurse angeboten werden. Während meines Besuchs trudeln auch schon die ersten Teilnehmer für den Kindernähkurs ein, der am Nachmittag stattfindet.

Der Eingang des Geschäfts
Rechts kann man ins Atelier schauen. ©Stephanie Angel, Stadt Wolfenbüttel

Nicht nur Stoffe, sondern auch Nähmaschinen

Nähmaschinen-Auswahl im Regal
Die Maschinen können direkt vor Ort ausprobiert werden. ©Stephanie Angel, Stadt Wolfenbüttel

Ein großer Schwerpunkt im Fingerhut ist der Verkauf von Nähmaschinen. Eigentlich wollte ich nur schnell ein Foto für diesen Beitrag machen, doch Barbi Kleinermann erzählt mit so viel Begeisterung, dass die neue Nähmaschine auf meiner Prioritätenliste einige Plätze nach oben klettert. Sie rät zum Kauf im Fachgeschäft. Ist ja logisch, schließlich lebt sie davon :-). Ihre Argumente überzeugen mich dennoch, nicht einfach bei Aldi, Lidl und Co. einen Spontankauf zu machen. Im Fingerhut kann ich die Maschine im Laden testen und ich bekomme eine ausführliche Einweisung – nix mit zuhause durch die unverständliche Anleitung quälen! Außerdem verspricht mir Barbi Kleinermann ein Jahr lang Vergünstigungen auf die Stoffe im Geschäft und auf die Inspektion. (Wusstet Ihr, dass es auch für Nähmaschinen eine Inspektion gibt?) Größter Pluspunkt für mich: Wenn mal etwas nicht läuft, dann habe ich direkt einen Ansprechpartner, der das gute Stück wieder zum Laufen bringt.

Nähmaschine Elna 540
Ob die Maschine demnächst bei mir ein neues Zuhause findet? Mal sehen! ©Stephanie Angel, Stadt Wolfenbüttel

Ich habe mich jedenfalls verliebt. In eine Maschine mit Fußdruckversteller und Einfädler. Ihr habt keine Ahnung wozu man das braucht? Dann schaut mal bei Barbi Kleinermann vorbei. Ich spare schon mal!

Wenn Ihr noch mehr über den Fingerhut und die Nähkurse erfahren wollt, dann kann ich Euch verraten, dass es demnächst auf dem Städteblog aboutcities noch einen ausführlichen Bericht geben wird. Also, bleibt gespannt!

#Kreativ-Geschäft 2: Näh doch selber – Zick Zack die Stoffidee

Seit ich in Wolfenbüttel arbeite, ist der Laden bereits zwei Mal umgezogen, zuletzt in diesem Jahr. Darauf angesprochen, berichtet mir Inhaberin Viola Blin, dass sie tatsächlich sogar schon 7 (!) Mal umgezogen ist. Verrückt! Und ein bisschen verrückt sind sie und ihre Mitarbeiterinnen vermutlich auch: näh-verrückt! Angefangen hat die gelernte Damenschneiderin vor über 20 Jahren mit einer Nähschule auf dem Dorf und war damit so erfolgreich, dass sie sich und ihr Angebot immer wieder neu erfunden hat. Interessanterweise ist „Zick Zack“ dabei aber nicht nur gewachsen, sondern zwischenzeitlich auch mal geschrumpft. Ich bin gespannt, ob der Umzug in die Breite Herzogstraße 19 der letzte war. Bei unserem Gespräch lehnt sie an einem großen Stapel Mantelstoffe und gibt zu: „Wo ich die unterbringe, weiß ich selbst noch nicht genau. Aber es wird sich schon ein Plätzchen finden.“ Zur Not räumt sie um. Dafür sei sie bei Ihren Mitarbeiterinnen bekannt.

Nähcafé im hinteren Teil des Ladens
Überall hängen Taschen und andere Nähideen. ©Stephanie Angel, Stadt Wolfenbüttel

Von Patchwork über Kinderstoffe zu Mantelstoffen

Mantelstoffe sind übrigens eine Neuheit im Zick Zack. Ursprünglich gab es sehr viel Patchwork Stoffe, aber das ist zur Zeit nicht mehr so angesagt. In den letzten Jahren waren es vorwiegend Kinderstoffe und die bunten Farben dominieren auch jetzt das Angebot. Ihre Tochter betreut den Online-Shop und ihr Geschmack hat sich mit der Zeit auch im Laden durchgesetzt. So hat sich der Laden zur Pilgerstätte für viele junge Muttis entwickelt, die nähen, was das Zeug hält. Doch in letzer Zeit beobachtet Viola Blin wieder eine Veränderung bei ihrer Kundschaft. Viele Kundinnen hätten sich satt genäht an Kinderklamotten und wollen jetzt verstärkt auch für sich selbst nähen. Daher passt sie ihr Sortiment wieder an. Kein Wunder, dass ich wirklich bei jedem Besuch etwas Neues entdecke. Was gerade angesagt ist, erfährt sie durch ihre Kunden. Zur Zeit der totale Renner: Stoffe mit Flamingos! Ich war irgendwie noch bei Eulen und lerne, dass ich die zwischenzeitlich angesagten Füchse verpasst habe :-).

Bunte Stoffauswahl im Zick Zack Wolfenbüttel
Bunte Stoffauswahl im Zick Zack Wolfenbüttel. ©Stephanie Angel, Stadt Wolfenbüttel

Der Name Stoffidee ist Programm

Viola Blin will nicht einfach Stoffe, Knöpfe oder Reißverschlüsse verkaufen. Sie verkauft Ideen! Überall findet man im Laden selbstgenähte Schmuckstücke. Sie sagt, spätestens nach zwei Tagen hätten ihre Mitarbeiterinnen aus neuen Stoffen etwas Einzigartiges geschaffen. Da muss sie gar nicht drum bitten, die sind einfach alle so nähverrückt.

Ein Dirndl in Miniaturformat
Dieses Miniaturdirndl ziert eine Tasche. Wow! ©Stephanie Angel, Stadt Wolfenbüttel

Auch die Auszubildende zur Einzelhandelskauffrau, was eher trocken klingt, kann ihre Kreativität voll einbringen. Zur Zeit arbeitet sie an einem Dirndl im Gothic-Stil. Wow, sehr speziell, aber ich bin auf das Ergebnis gespannt und werde das auf Facebook oder Instagram verfolgen. Ein liebevoll von der Chefin genähtes Dirndl schmückt jetzt zur Zeit des Oktoberfests bereits das Schaufenster. Ein echter Blickfang. Im Herbst wird es auch noch eine Aktion zum Thema Laternen-Nähen geben (ich kenne die bisher nur aus Papier). Ihr seht also, es gibt ständig neue Ideen und ich werde wohl auch weiterhin bei jedem Besuch etwas Neues entdecken.

Taschenleidenschaft und Wolfenbüttel-Webband

Eigentlich pflegt Viola Blin übrigens – typisch Frau – eine Leidenschaft für Taschen. Jahrelang gab es im Zick Zack daher jeden Monat einen neuen Taschenschnitt. Die Sammeltaschen in Miniaturform erfreuten sich großer Beliebtheit. Ich stelle mir gerade vor, ich würde jeden Monat eine Tasche nähen…ich hätte definitiv ein Platzproblem! Beim Anblick des Stoffes aus Kork (ja genau das Zeug, aus dem die Pinnwände sind) könnte ich aber wieder in Versuchung geraten. Was mich ebenfalls begeistert, ist ein extra für unsere Region angefertigtes Webband. Harzhexen, Hirsch-Geweih und Braunschweiger Löwe finden sich dort genauso wie Schacht Konrad und der Eulenspiegel. Genial, das wird bei mir definitiv mal zum Einsatz kommen.

Webband mit Motiven aus dem Braunschweiger Land
Ein Webband fürs Braunschweiger Land. ©Stephanie Angel, Stadt Wolfenbüttel
Ein Mäppchen aus Korkstoff
Auch mit Kork kann man nähen. Fühlt sich ein bisschen an wie Leder. ©Stephanie Angel, Stadt Wolfenbüttel

So, ich bin jetzt so richtig in Näh-Laune und Ihr? Nächste Woche geht es weiter mit den kreativen Geschäften Wolfenbüttels. Bis dahin viel Spaß beim Nähen!

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