Markus Hildebrandt und Frank Wirth vom Modegeschäft Hosen- und Jeanshaus.

Die Adresse für richtige Jeansliebhaber: das »Hosen und Jeanshaus«

Unter den Krambuden führen die beiden Inhaber Frank Wirth und Markus Hildebrandt seit 2008 das »Hosen und Jeanshaus«. Als selbstständige Unternehmer haben sie vor zehn Jahren das über die Stadtgrenzen von Wolfenbüttel hinaus bekannte Fachgeschäft übernommen und arbeiten gemeinsam als eingespieltes Team zusammen. Hier findet garantiert jeder Kunde eine passende Hose …

Ich bin heute mit zwei Einzelhändlern verabredet, die in ihrem Geschäft bereits seit 25 Jahren in der Wolfenbütteler Innenstadt zusammenarbeiten. Auf den ersten Blick liegt das »Hosen und Jeanshaus« ein wenig versteckt in der Ecke der Krambuden – zwischen dem Tabakhaus und dem Kundencenter der Wolfenbütteler Zeitung. Vor der Tür stehen Kleiderstände mit besonderen Angeboten. Beim Betreten des Geschäftes bin ich überrascht, wie groß es von Innen ist. Die beiden Chefs begrüßen mich freundlich und mit einem offenen Lachen. Das Jeansgeschäft »Unter den Krambuden 8« gibt es schon seit 1992. Bereits von Anfang an mit dabei ist Frank Wirth. Ein Jahr nach der Eröffnung wechselte auch sein Kollege Markus Hildebrandt von Salzgitter in das Geschäft nach Wolfenbüttel. »Wir sehen uns während unserer Arbeit an sechs von sieben Tagen in der Woche – das schweißt zusammen«, gesteht mir Markus Hildebrandt sympathisch schmunzelnd.

Hinter der kleinen Fassade versteckt sich eine große Auswahl an Hosen.
Hinter der kleinen Fassade versteckt sich eine große Auswahl… © Andreas Molau, Stadt Wolfenbüttel

Das gemeinsame Ziel

Damals war der Laden noch Teil einer kleinen Unternehmenskette, die sich aber vor zehn Jahren auflöste. Die beiden gelernten Einzelhandelskaufleute trafen daraufhin gemeinsam die Entscheidung, das in Wolfenbüttel bereits etablierte »Hosen und Jeanshaus« weiter zu führen und sich selbstständig zu machen. »Natürlich wussten wir damals noch nicht, was sich in Wolfenbüttel alles verändern würde«, meint Frank Wirth und lässt offen, welche Folgen dieses Wissen gehabt hätte. Meine Vermutung: Keine! Denn ich lerne die beiden Geschäftsmänner als aufgeschlossene und positiv denkende Menschen kennen, die sich mit viel Engagement und Freude in ihrem Laden verwirklichen. Wenn die beiden Einzelhändler über ihre Wegstationen mit mir sprechen, dann erkenne ich schnell, dass hinter ihrem Erfolg auch viel Bodenständigkeit steckt. »Wir haben ein gemeinsames Ziel, nämlich die Weiterentwicklung unseres Betriebes«, erklärt mir Frank Wirth kurz und bündig.

Die Inhaber sind ein eingespieltes Team: Markus Hildebrandt und Frank Wirth.
Ein eingespieltes Team: Markus Hildebrandt und Frank Wirth. © Andreas Molau, Stadt Wolfenbüttel

Für die Kunden da sein

Und Markus Hildebrandt ergänzt: »Wir sind nicht immer einer Meinung – zum Beispiel bei der Auswahl von neuer Ware. Aber wir haben gegenseitig ein großes Vertrauen und akzeptieren unsere Entscheidungen. Wir haben beide viel Erfahrung, was sich gut verkauft und was nicht.« Es kommt vor allem darauf an, sich bei der Arbeit gut zu ergänzen. Und während sein Kollege gerade einen Kunden bedient, weist mich Markus Hildebrandt auf einen weiteren Vorteil hin: »Mein Freund ist auch Einzelhändler und arbeitet allein. Er ist rund um die Uhr mit seinem Betrieb beschäftigt. Ich dagegen, teile mir die Verantwortung mit meinem verlässlichen Geschäftspartner. Wenn ich zum Beispiel im Urlaub bin, kann ich wirklich zu 100 Prozent abschalten – ohne Sorgen und Gedanken an den Betrieb. Das ist ein großer Vorteil.« An der Umkleidekabine lässt sich gerade eine Kundin beraten. Es geht um die Änderung einer Hose. »Natürlich sind wir auch nach dem Einkauf immer für unsere Kunden da, falls es Wünsche oder auch mal Probleme gibt«, erklärt mir Hildebrandt. Das sei der Unterschied zum Internetgeschäft oder zu großen Filialisten. Eine gute und ehrliche Beratung schafft Sympathie und bleibt dem Kunden im Gedächtnis. Neben dem Fachwissen und der kompetenten Beratung ist vor allem der höfliche und engagierte Umgang mit Kunden ein entscheidender Erfolgsfaktor für die beiden Unternehmer.

Gute Beratung ist im Hosen- und Jeanshaus wichtig.
Gute Beratung ist im Hosen- und Jeanshaus wichtig. © Andreas Molau, Stadt Wolfenbüttel

Von der Pike auf …

Beide haben ihren Job von Grund auf gelernt: Frank Wirth bei einem Herrenausstatter in Goslar und Markus Hildebrandt bei Hertie in Salzgitter. Beide hatten aber immer eine Vorliebe für Jeansmode. »Schon als Kind wollte ich immer die neuste Jeanshose von den Marken Wrangler oder Levis tragen«, lacht Frank Wirth. Früher war es allerdings üblich, nur eine »gute Hose« im Schrank zu haben. Und auch um die eine musste er bei seinen Eltern noch kämpfen. Aus dem Spaß am Tragen entwickelte sich der Wunsch, selbst diese Mode zu verkaufen. Während seiner Ausbildung bei einem Herrenausstatter lernte er das Konfektionsgeschäft kennen. Anschließend wechselte er zu einem Jeansgeschäft in Goslar und fand danach eine Anstellung in dem Wolfenbütteler Jeansladen. Bei Markus Hildebrandt verlief es ähnlich: Nach seiner Ausbildung im Warenkaufhaus Hertie arbeitete er ebenfalls bei einem Herrenausstatter. Kurzzeitig wechselte er dann wieder zurück zu Hertie und arbeitete dort in der Sportabteilung. Ab 1993 bekam dann auch er seine Festanstellung beim Jeanshaus in Wolfenbüttel. Dort lernten sich die beiden heutigen Geschäftsinhaber als Kollegen kennen. Seitdem hat sich in der Mode viel getan. Das Ladengeschäft in den Krambuden blieb seinem Stil aber treu. »Wir sind uns manchmal unsicher, ob die Innenraumgestaltung noch aktuell ist. Aber wir bekommen immer wieder die Rückmeldung, dass unsere Raumgestaltung und Einrichtung noch immer zeitgemäß ist. Offenbar wurde bei der Eröffnung des Geschäfts viel richtig gemacht«, meint Hildebrandt lachend.

Die Inneneinrichtung ist modern und zeitgemäß.
Beständige Inneneinrichtung: Warum etwas ändern, was gut aussieht? © Andreas Molau, Stadt Wolfenbüttel

Beständigkeit und Wandel

Und in der Tat: Das Erscheinungsbild des Geschäftes erinnert mich an eine umfunktionierte Industriehalle. Hinter der unscheinbaren Außenfassade zeigt sich ein absolut moderner Innenraum – passend zum Thema »Jeanshose« eingerichtet. »Natürlich haben wir immer wieder renoviert, Teile der Einrichtung erneuert oder Neues integriert. Aber der Kern ist geblieben«, sagt mir Frank Wirth. Bei dem Warenangebot hat sich aber viel verändert. Früher war das Geschäft »einfacher«, erinnert sich Markus Hildebrandt: »Es gab die Kultmodelle, wie beispielsweise die Levis 501. Diese Jeans wurde unheimlich viel verkauft. Das gibt es natürlich immer noch. Aber heute ist die Vielfalt und Auswahl viel größer geworden.« An einem Regal zeigt er mir ein Hosenmodell, dass es in fünf verschiedenen Ausführungen gibt. Stoffe und Qualität unterscheiden sich. Es ist gar nicht so einfach, sich dabei zurechtzufinden. Wenn mir ein Modell in einer bestimmten Größe gut passt, dann bedeutet das nicht, dass mir auch die anderen Hosen der gleichen Marke in einem anderen Stoff passen, verrät mir Frank Wirth und ergänzt: »Das ist für uns als Fachhändler natürlich ein großer Vorteil, denn wir ersparen dem Kunden damit den Umtausch und bieten einen Service, für den sich der Gang in die Stadt lohnt.« Die ehrliche Beratung der Kunden ist beiden wichtig. Am Ende soll sich der Kunde wohlfühlen und Spaß am Einkaufen haben.

Perspektiven für die Zukunft

Über ihre Zukunft sprechen die beiden sehr optimistisch. Die Umbauphasen in den Krambuden haben ihrem Geschäft nur wenig geschadet. Es kommen viele Stammkunden, die sich auch den schwersten Weg durch die Baustelle gebahnt haben, berichten mir die beiden mit einem Lachen. Aber natürlich sind auch Erwartungen an die Eröffnung des neuen Löwentor-Kaufhauses geknüpft, das nun an der Stelle des alten Karstadt-Gebäudes entsteht. »Es gibt gute Fachgeschäfte in Wolfenbüttel. Aber die Qualität als Bummelmeile kann noch weiterwachsen. Und gerade mit dem Löwentor könnte sich diesbezüglich wirklich viel tun«, meint Markus Hildebrandt. Es ist Samstag, und nachdem es kurz nach der Eröffnung noch ruhig war, kommen schon bald immer mehr Kunden herein. Mal spreche ich mit dem einen, mal mit dem anderen. Dann sind wieder beide da und ergänzen sich im Gespräch gegenseitig. Markus Hildebrandt und Frank Wirth lieben ihren Beruf und ihren Betrieb. »Obwohl ich jetzt schon so lange dabei bin, wird mir das Ganze nicht langweilig«, meint Markus Hildebrandt und sein Kollege nickt zustimmend. Nun ist erst mal Urlaubszeit. Erst ist der eine weg, dann der andere. Ich verabschiede mich. Nach meinem Gespräch beim »Hosen und Jeanshaus« setze mich noch nach draußen auf die neuen Sitzelemente vor den Wasserspielen in den Krambuden und genieße die Atmosphäre. Ich bin mir sicher, hier werden auch zukünftig viele Kunden glücklich gemacht …

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