Inhaberin Herzblut Wolfenbüttel

Mit »Herzblut« für Mode und mehr

Wenn auf der Fümmelser Straße Autos mit Braunschweiger, Goslarer oder einem Kennzeichen aus Salzgitter suchend umherfahren, wundert das in Fümmelse niemanden mehr. Denn seit 2013 gibt es mit »Herzblut« einen Concept Store, für den manche auch nach Sylt fahren würden.

Willkommen bei Herzblut. ©Andreas Molau
Willkommen bei Herzblut. ©Andreas Molau

Concept Store in Fümmelse

Für Karin Wolter, die ich an einem Montag [bereits Ende 2020] treffe, ist diese besondere Boutique wirklich Herzblut. Montag gehört nicht zu den regulären Öffnungstagen. Dienstag, Donnerstag und Samstag pilgern modebewusste Frauen zwischen 16 und 85 zu dem geschmackvoll eingerichteten Geschäft.

Nachdem ich erst an der Hausnummer 28 vorbeigefahren bin, wende ich am Ortsausgang und fahre noch einmal durch Fümmelse, bis ich die Hofeinfahrt finde. Parkplätze gibt es ausreichend. Und den Weg, erzählt mir die stolze Inhaberin, hätten die Kundinnen vom ersten Tag an gefunden.

Mund zu Mund Propaganda

»Ich hatte gar keine Inserate gemacht, sondern einfach nur mein Geschäft eröffnet«, erinnert sich Karin Wolter an die erste Zeit. Überrascht sei sie 2013 gewesen, wie viele Menschen damals schon zum Eröffnungstag gekommen seien. Alles Weitere sei Mund zu Mundpropaganda gewesen.

Heute freilich funktioniere dies besonders auch über die sozialen Netzwerke. Seit Jahren beschäftigt sich Karin Wolter mit Instagram, unterstützt von ihrer Tochter, die überdies schon einmal im Laden ausgeholfen habe. Familie spielt sowieso eine große Rolle in ihrem Leben.

Stimmungsvolles Shopping. © Andreas Molau
Stimmungsvolles Einkaufen. © Andreas Molau

Rundgang durch den Laden 

Sie stamme aus Wolfenbüttel, erzählt mir Karin Wolter, während sie mich durch das Geschäft führt. Auf dem Tresen mit der Kasse flackert gemütlich eine Duftkerze, rechts gibt es einen Umkleidebereich mit allerlei Taschen, links einen großen Raum mit einem Gabentisch in der Mitte.

Geradeaus durch folgt ein langgezogener Raum mit einer alten Anrichte, auf der besondere Körperpflegeprodukte präsentiert werden. Es ist alles verwinkelt. Überall entdecke ich Interessantes. Während ich meinen Blick schweifen lasse, erzählt mir Karin Wolter etwas aus ihrem Leben.

Herzblut ist aus dem Zuhause gewachsen. © Andreas Molau
Herzblut ist aus dem Zuhause gewachsen. © Andreas Molau

Familie mit Herzblut

Ihren Mann habe sie schon früh kennengelernt. Er war damals Student. Karin Wolter lernte MTA und arbeitete dann später beim Arzt. Nach dem ersten Kind gab sie ihren Beruf nicht auf. Danach konzentrierte sie sich aber ganz auf die Familie. »So ist das damals gewesen«, schmunzelt sie.

»Nachdem meine Schwiegermutter früh verstarb, stand es für uns fest, dass wir auf dem Hof meines Mannes bleiben«, blickt sie zurück. Drei Kinder sollten in einer Großfamilie aufwachsen, denn der Schwiegervater war Teil der jungen Familie – das war eine echte Herausforderung für Karin Wolter, aber trotzdem eine gute Erfahrung.

Kunden kommen von weither nach Fümmelse. © Andreas ;Molau
Kunden kommen von weither nach Fümmelse. © Andreas ;Molau

Beruf und Berufung

»Die Kinder wuchsen mit ihrem Opa auf. Das war alles gut«, resümiert sie. Aber auch in der Zeit, wo Karin Wolter hauptsächlich für andere da war, hatte sie einen Traum: »Ich wollte immer ein eigenes Geschäft mit besonderen Sachen – sobald die Kinder groß sind.«

Und so war es dann. Die ganze Familie engagierte sich, als es galt, das Projekt zu realisieren. Da wurde ein Wohnhaus auf dem Hof Stück für Stück umgebaut. Zuerst gab es nur einen Raum – das ist der, in den man vom heutigen Eingang nach links geht. Dann erweiterte sich die Boutique.

Händewaschen geht auch ästhetisch. © Andreas Molau
Händewaschen geht auch ästhetisch. © Andreas Molau

Wie »macht« man einen Concept Store

Natürlich waren einige Hürden zu überwinden. »Ich schaute im Internet, was es an Modemessen gibt, an Anbietern, die das liefern können, was ich mir vorstelle“, erinnert sich Karin Wolter. Concept Stores würden von guten Modelabels bedient, die von vorneherein eine größere Produktpalette anböten, erklärt mir die Geschäftsfrau.

Egal, ob es sich um eine besondere Body-Lotion handelt, Seifen, Lakritze oder einen exquisiten Wermut. Das Bummeln in diesem Geschäft ist deshalb so reizvoll, das kann ich nach kurzem Stöbern verstehen, weil das Angebot so überaus breit ist. Es gibt nicht nur Mode.

Stimmungsvolle Atmosphäre. Und diese tollen Duftkerzen kann man sogar noch erwerben. © Andreas Molau
Stimmungsvolle Atmosphäre. Und diese tollen Duftkerzen kann man sogar noch erwerben. © Andreas Molau

Nicht nur besondere Mode

Ob Taschen oder Modeschmuck – wenn Frauen in Kauflaune sind, so jedenfalls meine eigene Erfahrung, sind das gerade noch jene Accessoires, die gern mitgehen. Und als Begleitung muss man sich dann nur auf ein Geschäft einstellen – oder zumindest weniger. Sehr erfreulich.

Denn, so klein wie es auf den ersten Blick auch erscheint – ich finde eine unglaubliche Vielfalt in den Regalen und auf den Kleiderbügeln. »Wer einfach nur mal eine Kleinigkeit sucht, der sollte in meinem Outletecke stöbern. Da  gibt es immer ein tolles Einzelstück«, rät Karin Wolter.

Und noch eine Tasche. © Andreas Molau
Und noch eine Tasche. © Andreas Molau

Was macht den Erfolg von »Herzblut« aus?

Ich denke, es gibt zwei Faktoren, die dieses Geschäft so außergewöhnlich machen. Auf der einen Seite ist es wirklich die glückliche Hand beim Aussuchen der Ware, die Karin Wolter auszeichnet – es sieht einfach nicht so aus wie immer und überall.

Auf der anderen Seite dürfte es einen kommunikativen Grund haben, dass Kundinnen von weither kommen, um hier zu stöbern. Die Zeit vergeht beim Besichtigen des Ladens wie im Fluge. Es entwickelt sich ein angenehmes Gespräch und ich kann in jedem Satz spüren:

Im Outlet-Raum findet »frau« immer etwas. © Andreas Molau
Im Outlet-Raum findet »frau« immer etwas. © Andreas Molau

Die Fahrt nach Fümmelse lohnt sich

Die Frau brennt wirklich für die Sachen, die sie da anbietet. Und sie ist offen und neugierig, sodass man mit Sicherheit immer wieder Überraschungen erleben kann. Die Fahrt nach Fümmelse lohnt sich also auf alle Fälle.

»Herzblut« ist ein Ort, an dem »frau« wirklich Ausgefallenes finden kann – in einem schönen Ambiente und in einer Atmosphäre die Lust auf das Entdecken macht. Schade, dass es so etwas nicht für Männermode gibt …

Von Kopf bis Fuß … © Andreas Molau
Von Kopf bis Fuß … © Andreas Molau

Weitere Informationen zu »Herzblut«

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