Tomaten auf dem Markt – zu Besuch bei »Beates Bunte Tomaten«

Jeden Mittwoch und Samstag trifft man sie auf dem Wolfenbütteler Wochenmarkt: Beate und ihre bunten Tomaten. Und bunt ist hier wirklich Programm. Rund 80 Sorten baut die heute hauptberufliche Gärtnerin an und verkauft sowohl die Früchte als auch Jungpflanzen an ihrem schönen Stand auf dem Schlossplatz. Wer darüber hinaus noch nach Gurken, Zucchini, Kartoffeln oder frischen Äpfeln aus eigenem, ökologischem Anbau (DE-ÖKO-006) sucht, findet auch hier genau das richtige. Bereits seit 2003 beschäftigt sich Beate Pieper intensiv mit dem Anbau und dem Wissen rund um alte, vergessene und besonders geschmackvolle Tomatensorten. Was als Hobby begann, wurde schnell zum Nebenerwerb und führte bis heute in die Hauptberuflichkeit.

In diesem Artikel nehme ich euch in die Welt der gesunden Nachtschattengewächse mit und verrate, warum ihr einen Besuch bei Beate in keinem Fall verpassen solltet.

Beates unvergleichliche Sortenvielfalt der Tomaten

Rund 2.000 unterschiedliche Tomatensorten gibt es. Dabei kommen die beliebten Früchte in ganz außergewöhnlichen Formen und Farben daher, können gelb, grün oder sogar gestreift sein. Zahlreiche Gattungen würden wir sicher irgendwann einfach vergessen, wenn es nicht Menschen wie Beate gäbe, die sich das Ziel gesetzt haben alte Sorten zu retten und die Vielfalt der Früchte in Norddeutschland zu bewahren. Rund 80 Sorten baut die spezialisierte Gärtnerin selbst an.

©Kerstin Mumm

„Wenn die Tomatenzeit beginnt, meist Mitte Juli bis Anfang November, kommen sogar Menschen aus ganz Deutschland nach Wolfenbüttel, um bei mir die Ernte oder Jungpflanzen für daheim zu kaufen“, freut sich die Wolfenbüttelerin, die überregional durch Fernsehauftritte beim NDR und aus der Fachpresse bekannt geworden ist. „Viele verbrachten anschließend noch ein spannendes Wochenende in der Lessingstadt, was sich bei unserer kulturreichen Stadt natürlich anbietet“, so Beate weiter, die ebenso eine bemerkenswerte hohe Anzahl an regionalen Stammkunden mit Herz und Seele bedient. Wer das nicht möchte oder zu weit entfernt wohnt hat die Möglichkeit Bestellungen telefonisch oder über das Internet zu tätigen und die Pflanzen abzuholen. Wie aber entstand eigentlich eine solche Leidenschaft zu Tomaten?

Alles begann mit Samentütchen

Die Arbeit im Garten und der hobbymäßige Anbau von Gemüse und Obst war für Beate schon immer wichtig und der perfekte Ausgleich im Alltag. Als sie auf einer Pflanzenbörse einige Samentütchen entdeckte, nahm alles seinen Lauf. Im Sommer 2003, der eine besonders reiche Ernte hervorbrachte, war es dann um sie geschehen. Gebannt von der Sortenvielfalt, den Farben und Formen begann sie sich zu belesen, mit Gärtner-Kollegen auszutauschen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Nach und nach entwickelte sie ein umfassendes Fachwissen, wodurch sie heute jede Sorte mit Namen und Geschmack kennt. Die umfassende und fachkundige Beratung ist eine der Besonderheiten, die man am Stand von Beate erleben kann.

©Kerstin Mumm

„Das Ochsenherz, eine rosarote und herzförmige Fleischtomate, ist sehr saftig, süß, fruchtig-tomatig und kann bis zu 800 g schwer werden“, erklärt Beate und berichtet weiter, „generell sind beim Früchteverkauf die richtig großen Fleischtomaten sehr beliebt. Bei den Jungpflanzen für den heimischen Garten oder den Balkon sind es hingegen eher die Naschfrüchte wie Cherry- oder Cocktailtomaten.“ Meist kommt es jedoch darauf an, was die Kunden mit den Tomaten vorhaben. Wer also nach der perfekten Sorte für einen Salat, eine Tomatensuppe, Bruschetta oder andere Gerichte sucht, ist bei der Fachfrau in den besten Händen.

Der Tomatenanbau – eine Kunst für sich 

Anfang März beginnt Beate mit der Anzucht der Tomatenpflanzen. Da sie nur Kaltgewächshäuser betreibt, findet die Anzucht ganz pragmatisch im eigenen Wohnzimmer statt, wo es kuschlig warm gemacht wird. Bei 20 Grad fühlen sich die Tomaten so richtig wohl.

Tipp: Hobbygärtner sollten das letzte Märzdrittel zur Aussaat nutzen. Hier herrschen die besten Bedingungen für den heimischen Anbau.

Ist es dann soweit und die Keimlinge sind stabil, erfolgt die Umsiedlung und Einpflanzung in die Gewächshäuser. Nach und nach wird die Pflege jetzt intensiver. Gießen, 1-Mal die Woche auskneifen, hochbinden, ernten – jeden Tag wartet ein volles Programm auf Beate und ihr Team, denn allein wäre die Arbeit kaum mehr zu schaffen. Schließlich brauchen auch die anderen Gemüsesorten genügend Aufmerksamkeit.

„Das Schönste für mich am Tomatenanbau ist zu sehen, wenn die Samen keimen, heranwachsen und am Ende die Ernte ansteht. Es ist der Entwicklungsprozess, der jedes Mal wieder unglaublich ist. Darüber hinaus liebe ich den Duft der Früchte. Dieser ist mit nichts zu vergleichen“, schwärmt sie. Genau diese Liebe zur Natur schmeckt man in den Produkten von Beate.

Heimspiel auf dem Wolfenbütteler Markt

Beate verkauft ihr bunten Tomaten sowie regionales Gemüse, Bio-Gemüse von lokalen Partnern und außerhalb der Saison aus Zukauf sowie unter anderem Bio-Gewürze hauptsächlich auf dem Wolfenbütteler Wochenmarkt, hin und wieder auf Aktionsmärkten. „Der Wochenmarkt ist ein Heimspiel und da ist man immer mit vollem Einsatz dabei. Ich habe auch Erfahrung auf anderen Märkten gesammelt und kann eins bestätigen, das freundliche Miteinander und die Harmonie unter den Anbietern in Wolfenbüttel ist etwas ganz besonders. Das spüren die Besucher. Wir sind hier alle gleichwertig und jeder ist willkommen“, berichtet die Marktfrau über die Atmosphäre auf dem Markt. Ein weiteres Highlight unserer lebendigen Stadt, dass die Lebensqualität bereichert.

Leckere Tomaten-Rezepte für Zuhause

Pur, zu Salat verarbeitet oder zum Kochen – mit Tomaten, die sich noch so aromatisch zeigen, kann man eine Menge zaubern. Das weiß auch die Gastronomie zu schätzen, die Beate ebenso beliefert. Ich habe es mir daher nicht nehmen lassen Beate nach zwei Rezepten zu fragen, die sich schnell und einfach mit ihren Früchten zu Hause nachkochen lassen. Nachfolgend findet ihr ein köstliches Rezept für eine Tomatensuppe und eines für eine italienische Bruschetta.

Tomatensuppe mit Mittelmeerkräutern für 4 Portionen

Tomatensuppe mit Mittelmeerkräutern

Gericht Suppe
Land & Region Mediterran
Zubereitungszeit 30 Minuten
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 800 g Tomaten
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 6 Zweige Oregano
  • 6 Zweige Thymian
  • 1 paar Borretschblätter
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 2 Stück Knoblauchzehen
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Polenta oder Grieß
  • 0,5 Liter Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 0,5 TL Honig
  • Parmesan frisch gerieben

Anleitungen

  • Tomaten mit heißen Wasser überbrühen, häuten und Stielansatz entfernen. Anschließend kleinwürfeln. Kräuter waschen, trockenschütteln, von Stiel abzupfen und klein hacken. Frühlingszwiebeln waschen und putzen. Einen Teil des Grüns Beiseite legen und den Rest in Ringe schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken.
  • Das Öl in einem Suppentopf erhitzen, Zwiebelringe, Knoblauch und Kräuter darin andünsten. Polenta oder wahlweise Grieß dazugeben und kurz mit garen. Tomaten sowie die Brühe zugeben und zum Kochen bringen. Die Suppe nun offen und bei mittlerer bis schwacher Hitze gut 10 Minuten köcheln lassen, bis die samt sämig ist.
  • Das Zwiebelgrün in feine Ringe schneiden. Die Suppe mit Salz, Pfeffer und Honig abschmecken. Vor dem mit dem Zwiebelgrün garnieren und den Parmesan dazu reichen.

Tomaten-Bruschetta mit Basilikum und Knoblauch für 4 Portionen

Tomaten-Bruschetta mit Basilikum und Knoblauch

Gericht Vorspeise
Land & Region Italienisch
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 200 g Tomaten
  • 1 EL Basilikumblättchen
  • 5 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 8 Scheiben italienisches Weißbrot
  • 4 Stück Knoblauchzehen

Anleitungen

  • Backofen auf 250 Grad (Umluft 220 Grad) vorheizen.
  • Tomaten waschen und halbieren. Die Hälften leicht zusammendrücken und einen Teil der Kerne samt des Fruchtfleisches entfernen. Die Tomaten ohne Stielansatz klein würfeln. Basilikumblätter fein schneiden. Tomate und Basilikum mit dem Öl mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Brotscheiben nacheinander auf den Rost legen und im mittleren Teil des Backofens gut 4-5 Minuten knusprig rösten.
  • Währenddessen Knoblauchzehen schälen. Die gerösteten Brotscheiben mit dem Knoblauch einreiben, die Tomatenwürfel darauf verteilen und die fertige Bruschetta direkt genießen. 

Damit ihr es euch so richtig schmecken lassen könnt, besucht am Mittwoch oder Samstag von 8.00-13.00 Uhr Beates Stand und lasst euch eine große Tüte köstlicher Tomaten packen. Darüber hinaus bietet sich gleich der Bummel zu den anderen Ständen an. Hier findet ihr zum Beispiel kulinarische Köstlichkeiten aus Griechenland oder Spezialitäten aus Italien, feinstes Fleisch vom Metzger, frischen und geräucherten Fisch, zahlreiche Gewürze, duftende Backwaren, selbst gemachten Käsekuchen und Waffeln, saisonale Besonderheit wie Spargel, außergewöhnliche Lakritze, schöne Schnittblumen und florale Dekoration. Viel Spaß beim Entdecken eurer Lieblingstomaten und den tollen Angeboten auf dem Wochenmarkt.

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