Martina Jordan vom Brautmodengeschäft Hochzeitsblume.

Persönliche Glücksmomente bei der »Hochzeitsblume«!

Auf dem Juliusmarkt führt Martina Jordan mit viel Engagement und Herz ihr Geschäft: die »Hochzeitsblume«. Die Inhaberin begleitet hier Bräute bei den ersten Planungen bis zu ihrem Hochzeitstag und hilft ihnen dabei, dass am Ende einem perfekten Tag möglichst nichts im Weg steht …

Das Schaufenster der Hochzeitsblume lädt zum gucken und schwärmen ein.
Alles für alle, die sich »trauen« … © Andreas Molau, Stadt Wolfenbüttel

Alles hat seine Zeit. Nach kurzem Warten parke ich mein Auto auf dem Juliusmarkt, um mich mit der Inhaberin des einzigen Wolfenbütteler Brautmodengeschäftes zu unterhalten. Mir fällt sofort auf, dass es auf dem belebten Platz viele besondere Geschäfte gibt. Beim Vorbeifahren ist mir das bisher nie so direkt aufgefallen. Der Namensgeber, Herzog Julius, wacht als etwas stämmige und drollige Skulptur mit seinem Pferd vor Ort über das Geschehen. Er wirkt weniger heroisch als sein Kollege auf dem Stadtmarkt, aber nicht weniger sympathisch. Unter den zahlreichen Geschäften dieses Stadtteils finde ich auch die »Hochzeitsblume«. Ein direkter Kunde werde ich in diesem – über die Stadtgrenzen von Wolfenbüttel hinaus bekannten – Geschäft zwar wohl nicht mehr, aber ich habe ja schließlich eine Tochter…?! »Es gibt durchaus auch Väter, die mit den Bräuten mitkommen, um das Hochzeitskleid auszusuchen«, macht mir Martina Jordan später im Gespräch Hoffnung. Meist seien es aber die Mütter, die ihre Töchter bei der Wahl des richtigen Brautkleides begleiten. Martina Jordan hat seit 13 Jahren ihr kleines Geschäft, in dem gerade der Anproberaum frisch renoviert wird. Wir sitzen in einer gemütlichen Sitzecke. Mein Blick schweift über eine Auswahl von Brautkleidern, die auf einer Kleiderstange auf die richtige Kundin warten. Außerdem gibt es Taschen, Schmuck, Schuhe, und sogar Unterwäsche. »Bei uns bekommt die Braut alles, was sie für ihre Hochzeitsgarderobe benötigt«, verspricht Martina Jordan.

Über 200 Brautkleider warten auf die "richtige" Kundin.
Fast in Weiß, mit einem Blumenstrauß … © Andreas Molau, Stadt Wolfenbüttel

Der Laden ist langsam gewachsen

Rund 200 Kleider sind es aktuell. Wenn die Renovierung des großen Anproberaums fertig ist, können es auch noch mehr werden. Die »Hochzeitsblume« ist ein Lebenstraum für Martina Jordan, die mir mit ruhiger Stimme ihre Geschichte erzählt. Ich kann mir gut vorstellen, wie geduldig die gelernte Steuerfachgehilfin ist, wenn nervöse Bräute ihrem großen Tag entgegenfiebern und noch nicht das passende Kleid dafür gefunden haben. Das Wissen um komplizierte Steuergesetzgebungen nutzt ihr als selbstständige Geschäftsfrau natürlich noch heute, erzählt sie mir schmunzelnd. Aber als Beruf war es ihr zu trocken. Die Idee, nicht mehr als Angestellte zu arbeiten, sei ganz langsam gewachsen. Bereut hat sie den Schritt in ihre Selbstständigkeit nie: »Ich habe zwar mehr Verantwortung, auch für ein großes Warenlager mit einem hohen finanziellen Einsatz, aber ich kann dabei auch sehr frei arbeiten. Das macht mir viel Spaß.« Ich habe den Eindruck: In diesem Laden stimmt alles. Die Einrichtung ist stimmig und wirkt auf mich harmonisch. Vielleicht liegt es daran, dass ihr Geschäft langsam mit der Zeit gewachsen ist. Als zweifache Mutter gab es auch mal eine Zeit, in der sich Martina Jordan hauptsächlich um ihre Familie gekümmert hat.

Erlaubt ist, was der Braut gefällt!

Schon immer war Martina Jordan ein schönes Wohnumfeld wichtig. Deswegen war die Idee naheliegend, das Thema Dekoration zum Beruf zu machen. Nachdem sie ihre Ausbildung als Kosmetikerin abgeschlossen hatte, versuchte Martina Jordan zunächst Hochzeitsdekoration von zu Hause aus zu vertreiben. Das wurde aber schon alles zu klein und deshalb hat sie sich dafür entschieden, von Königslutter nach Wolfenbüttel umzuziehen und sich einen geeigneten Laden zu suchen. »Ich mochte Wolfenbüttel mit den vielen Fachwerkhäusern schon immer«, schwärmt sie. Die ersten verkauften Kleider waren einfach der Nachfrage nach Zweiteilern geschuldet, erinnert sie sich. »Nach meiner Geschäftseröffnung habe ich mich immer mehr auf Brautmode spezialisiert«, erklärt sie mir. Bis es aber zu so einer stattlichen Anzahl von Brautkleidern gekommen ist, hat es allerdings einige Zeit gebraucht. Denn alles was hier und im hinteren Bereich des Ladens hängt, ist keine Kommissionsware. Die Erwartungen ihrer Kundinnen an diesen wichtigen Tag der Hochzeit, erklärt sie, sei ebenso hoch wie die Möglichkeiten vielfältig seien. »Es geht heute eigentlich fast alles. Erlaubt ist, was der Braut gefällt«, lächelt Martina Jordan.

Martina Jordan nimmt sich für jede Braut viel Zeit.
Martina Jordan nimmt sich für jede Braut viel Zeit. © Andreas Molau, Stadt Wolfenbüttel

Ganz schön kompliziert …

Durch die sozialen Medien wie Pinterrest oder Instagram, in denen die »Hochzeitsblume« natürlich auch vertreten ist, sind die Erwartungen gestiegen. »Am Hochzeitstag steht die Frau als Braut ganz im Mittelpunkt. Wann sonst erleben die Frauen so etwas schon. Und da ist dann manchmal der Druck auch sehr hoch«, erzählt mir Martina Jordan verständnisvoll von der Situation einer Braut. Das ist gut, aber dieser Druck darf am Ende nicht zu hoch werden. » Das Brautpaar sollte immer daran denken, dass sie selbst den Tag auch genießen sollen. Ein bisschen Lockerheit ist dafür schon nicht schlecht«, merkt sie ermahnend sie. Damit wirklich alles klappt, steht Martina Jordan und ihre Mitarbeiterin den Kundinnen mit Rat und Tat hilfreich zur Seite. Es gibt zwar gelegentlich spontane Hochzeiten, aber meistens wird die Hochzeit bis zu einem Jahr vorher geplant. »Ich habe jetzt schon Bestellungen für das nächste Jahr«, berichtet sie mir stolz. Viele Brautpaare überlassen nichts dem Zufall. Ich staune, als Martina Jordan mir von der Vorbereitungsphase der Brautpaare heute erzählt Es gibt beispielsweise »Moodboards« –Stimmungstafeln. Darauf werden Fotos, Skizzen, Farben, Begriffe und Materialien gesammelt, damit von der Einladungskarte bis zum Tischschmuck alles aus einem Guss ist. »Die meisten Brautpaare möchten einen perfekten Tag erleben«, klärt mich Martina Jordan lachend auf.

Die liebevolle Dekoration sorgt für Atmosphäre.
Liebevolle Dekoration sorgt für Atmosphäre. © Andreas Molau, Stadt Wolfenbüttel

Manches bleibt

Ich stelle dabei fest, dass meine eigene Hochzeit, dagegen eher schlicht war. Aber manches ist auch noch so geblieben wie zu meinem Hochzeitstag. Zum Beispiel, dass der Bräutigam das Brautkleid vor dem Hochzeitstag nicht sehen darf. »Das ist und bleibt ein großes Geheimnis«, freut sich Martina Jordan. Ihr Beruf macht ihr von Herzen Spaß, bekennt sie. Die Aufregung jeder einzelnen Braut, die persönliche Beratung, und damit die Begegnung mit vielen Schicksalen, das berührt sie jedes Mal aufs Neue. »Wenn ich spüre, dass eine Braut das richtige Kleid bei mir gefunden hat, dann ist das immer wieder ein besonderer Augenblick«, bekennt sie. Umso schöner ist es für sie, wenn sich die glücklichen Brautpaare nach ihrer Hochzeit per E-Mail oder Brief noch einmal melden und Fotos schicken. Denn am Ende ist es doch immer spannend, wie das Kleid tatsächlich an dem entscheidenden Tag aussieht. Neben dem Eingang zeigt eine Bildergalerie zahlreiche glückliche Bräute, die ihr Brautkleid mit Stolz und Freude zur Hochzeit tragen. »Ich habe einen Beruf, der von persönlichen Kontakten und von viel Vertrauen lebt. Das ist für mich sehr wichtig«, so Martina Jordan.

Die Bildergalerie am Eingang zeigt glückliche Bräute an ihren Hochzeitstagen.
Jedes Bild erzählt eine Geschichte. © Andreas Molau, Stadt Wolfenbüttel

Spannung und Kribbeln

Nach dem Gespräch mache ich noch ein paar Fotos und bin etwas melancholisch. Die Aufregung, die hier in diesen Räumen zu Hause ist, die Spannung, das Kribbeln, die Erwartungen – all das kann ich hier spüren. Da sind auf der einen Seite die Aufregung und gleichzeitig aber auch eine große Ruhe. Wenn alles gut geht, besuchen die Kundinnen nur einmal im Leben als Braut die »Hochzeitsblume«. Die Vorstellung, meine Tochter einmal in einem so wunderbaren Kleid zu sehen, macht mich selbst sogar schon ein bisschen aufgeregt. Wie geht es dann erst den Bräuten? Dass Martina Jordan die Begleitung dieser großartigen Augenblicke Freude bereitet, kann ich mir gut vorstellen. Und dass wir in unserer Stadt einen so schönen und besonderen Laden dafür haben, freut mich richtig …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere