Das kleine Café im (Hinter-)Hof

Zu meinen Lieblingsplätzen in Wolfenbüttel gehört das Hofcafé schon lange. Hier habe ich bereits viele besondere schöne Momente verbracht.

Es wird mal wieder Zeit für einen Besuch, denn der Winter zieht sich – es ist immer noch grau, kalt und trist und ich freue mich auf die behagliche Atmosphäre in meinem Lieblingscafé. In der Klosterstraße leuchtet mir schon die geöffnete, fröhlich blau gestrichene Haustür einladend entgegen. Am Ende des Flurs befindet sich der Eingang zum Café. Eine Laterne spendet warmes Licht und beim Anblick des Schildes „Herzlich Willkommen“ fühle ich mich gleich schon freundlich empfangen.

Der Eingang zum Hofcafé©Dagmar Steffenhagen

Beim Eintreten ins Café genieße ich nicht nur die heimelige Stimmung sondern auch die wohlige Wärme durch den Kamin. Die goldfarbene Wand mit dem großen Spiegel sticht sofort ins Auge und lässt das gemütliche, kleine Café etwas größer wirken. Drinnen gibt es 34 Plätze, die auch immer schnell gefüllt sind.

Ich werde mit einem freundlichen Lächeln begrüßt und finde einen gemütlichen Tisch mit Ausblick in den Garten. Das Hofcafé hat für mich Wohnzimmeratmosphäre pur. Mit seinen wenigen Plätzen ist das Café überschaubar und die großen Fenster geben Ausblick in den zauberhaften Garten. Im Sommer hier unter dem großen Kirschbaum zu sitzen ist auch wirklich klasse. Den schönen Garten werde ich, sobald es wieder wärmer wird, auf jeden Fall nutzen. Das passende Getränk habe ich mir dazu schon ausgesucht: Maisecco. Den wollte ich schon immer mal probieren.

Ausblick in den Garten©Dagmar Steffenhagen

Tarik und sein Hofcafé

Der Besitzer, Tarik Matlaoui, und seine Frau haben sich ein wenig Zeit genommen und wir plaudern über das Café. Tarik betreibt seit dreieinhalb Jahren das Wolfenbütteler Café. Früher hieß es noch maximilan´s, genannt nach dem Sohn des damaligen Inhabers. Tarik Matlaoui hat als Aushilfe angefangen, aber schon nach zwei Monaten hatte sein Chef einen Nachfolger gesucht und Tarik beschloss kurzerhand, das kleine Café zu übernehmen. Er hat dann nach einem Namen gesucht, mit dem er sich identifizieren kann und kam schnell auf die Idee „Hofcafé“, das Café im Hof – im Hinterhof – der Name passt und spricht für sich.

Mit der Unterstützung seiner Frau wurde die Getränke- und Speisekarte ausgebaut. Die Beiden bieten ihren Gästen ausgewählte Kaffee-, Schokoladen- und Teespezialitäten an, in Bioqualität versteht sich. Mein besonderes Highlight ist die Zartbitter Schokolade, liebevoll zubereitet, nicht so süß und einfach nur köstlich.

Auch als Teetrinkerin komme ich hier gleich auf meine Kosten. Nicht der lieblose Teebeutel ins Glas gehängt, sondern loser Tee in einem Sieb, frisch zubereitet und mit der Sanduhr serviert, damit auch die Ziehzeit stimmt. Die Auswahl auf der umfangreichen Karte fällt schwer, nach einigem Hin- und Herüberlegen entscheide ich mich für den Kräutergarten mit Lemongras und Süßholz – echt lecker und auf jeden Fall auch gut für meine Seele, die sich schon nach Wärme sehnt.

Mein Kräutergarten Tee©Dagmar Steffenhagen

Die Stammgäste

Die Wolfenbütteler Schüler lieben übrigens das Café und kommen vor allem wegen der Marshmallow Schokolade hierher – der absolute Renner. Damit ihre Freunde auch wissen, was sie verpasst haben, werden die Fotos dann umgehend auf Facebook gepostet. Übrigens, Stammgäste hat das Hofcafé zahlreiche, und zwar in allen Altersklassen. Die Englischgruppe der Volkshochschule kommt nach jedem Kurs ins Hofcafé und damit auch gleich die Sprachkenntnisse weiter trainiert werden, wird in Englisch bestellt. Anfangs war die Bedienung etwas verwundert, aber mittlerweile kennt man sich ja schon gut.

Besonders gut angenommen werden in der kalten Jahreszeit die Tagessuppen, das sind Biosuppen, immer frisch zubereitet. Dazu gibt es im Angebot verschiedene frisch zubereitete, gegrillte Panini und wer immer noch nicht satt ist, kann sich an der Theke noch ein leckeres Stück Kuchen aussuchen.

Eine wärmende Suppe©Dagmar Steffenhagen

Eine unerwartete Begegnung

Während ich mit Kamera und Block ausgestattet mein Interview mit Tarik und seiner Frau führe, kommt die Frage vom einem Pärchen, das am Nachbartisch sitzt, „ob ich denn eine Reportage über das Café führe“. Das bejahe ich und erzähle den Beiden von unserem Wolfenbüttel Blog. Das Pärchen ist nur zufällig im Hofcafé gelandet. Der gebürtige Wolfenbütteler besucht mit seiner Nürnberger Frau derzeit seine Heimatstadt und die Beiden sind gerade auf Entdeckungstour durch die Wolfenbütteler Hinterhöfe. So haben sie auch das Hofcafé mit seiner urigen Lage entdeckt. Die Nürnbergerin, die ja durchaus aus einer wunderschönen Stadt kommt, ist von Wolfenbüttel total begeistert: „So ein Kleinod“. Tarik Matlaoui begrüßt sie gleich mit einem freundlichen Grüß Gott und es wird festgestellt, dass man auch eine Gemeinsamkeit hat, beide haben in Bamberg studiert. Wenn das mal nicht echte Nähe zum Kunden ist! Die Nürnbergerin gratuliert Tarik ganz herzlich zu seinem schönen Café und schickt ihm prompt über whats app die Fotos, die sie gerade begeistert geschossen hat. Die unerwartete Begegnung schafft gleich eine ganz besondere Atmosphäre und als Gäste fühlen wir uns auch persönlich verbunden – wie zuhause im eigenen Wohnzimmer.

Hofcafé Wolfenbüttel©Hofcafé

Für Kinder gibt es übrigens eine kleine Spielecke und diese sind im Café auch herzlich willkommen.

Was sonst noch so los ist

Feiern könnt ihr im Hofcafé übrigens auch. Beliebt ist der Sonntagvormittag für Geburtstagsrunden mit Frühstück, da das Café regulär erst um 14 Uhr öffnet. Auch abends ab 18 Uhr kann das Café für private Gesellschaften gebucht werden.

Während Tarik täglich im Café vor Ort ist, unterstützt ihn seine Frau mit künstlerischen Leckerbissen. So organisiert sie verschiedene Ausstellungen. Ende Januar werden die Wände neu dekoriert und dann können Schülerzeichnungen im Café bewundert werden. Vorbeikommen lohnt sich auf jeden Fall. Zur Kulturnacht, die alle zwei Jahre in Wolfenbüttel stattfindet, öffnet das Hofcafé seine Pforten. In der heimeligen Atmosphäre fühlen sich Singer und Songwriter, Autoren und viele andere Kulturschaffende genauso wohl wie die Besucher aus Wolfenbüttel und der Region.

Falls seine Frau Ihren Tarik nach Feierabend mal sucht, wird sie ihn auf jeden Fall an seinem Lieblingsplatz vor dem Kamin finden. Der gebürtige Marokkaner, der mit 20 Jahren nach Deutschland kam und durch seine Frau in Wolfenbüttel gelandet ist, liebt den heimeligen Platz vor dem warmen Kaminfeuer und trinkt dann zur Entspannung am liebsten einen ganz klassischen Cappuccino.

Tarik an seinem Lieblingsplatz©Dagmar Steffenhagen

Hofcafé
Klosterstr. 5, 38300 Wolfenbüttel
Telefon: 05331/9509444
www.hofcafe-wolfenbuettel.de

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