…und über uns die Sterne. Ein Kneipenbummel durch Wolfenbüttel

Die Freibadsaison ist schon lange vorbei und so muss eine neue Freizeitbeschäftigung für das Wochenende herbei. Meine Idee: Ein Bummel durch die Kneipenszene Wolfenbüttels.

Für mich ist Wolfenbüttel einfach super für eine Kneipentour geeignet. Die Wege von einer zur nächsten Kneipe sind praktischerweise sehr kurz. Es ist fast so, als wenn man nur einmal stolpern müsste und schon ist man in der Nächsten; ideal für Fußfaule wie mich ;). Gerade in der etwas kälteren Jahreszeit ist es praktisch, wenn man schnell wieder im Warmen ist. Die Wolfenbütteler Kneipenszene besteht zum größten Teil aus eher typischen, rustikalen Kneipen. Aber auch modernere Konzepte mit Lounge- und Barcharakter findet man mittlerweile immer mehr. Da sich Wolfenbüttel nun also super für eine Kneipentour eignet, wollten meine Freundin Inga und ich so eine auch mal machen – man will ja mitreden können. Bevor ich Euch davon berichte, muss ich aber sagen, dass dies gar nicht so einfach ist. Irgendwie bleibt man fast überall hängen und muss sich erst einmal wieder loseisen, um weiter zu kommen.

An einem Samstag im Frühherbst wollten wir unsere Mission „Kneipentour“ angehen. Als erste Station hatten wir uns für den Strandwolf entschieden, um noch ein bisschen das herrliche Wetter auszunutzen. Übrigens im Sommer ist der Strandwolf ein ideales Plätzchen um in der Sonne zu relaxen und mit den Füßen im Sand zu spielen. Aber zurück zu unserer Tour: Im Strandwolf angekommen suchten wir uns ein freies Plätzchen auf der großzügigen und gut besuchten Terrasse, denn in leichter Jacke konnte man es noch gut draußen aushalten. Schnell stand auch fest, was wir trinken wollten: ein Cocktail sollte es sein. Inga entschied sich für einen Tequila Fever und ich für einen Tequila Sunrise; beide sehr fruchtig und lecker. Es herrschte eine gemütliche und lustige Stimmung und ehe wir uns versahen, hatten wir auch schon einen zweiten Cocktail bestellt…“Mist!“, dachten wir, „Wir wollten doch eigentlich eine Tour machen. Danach gehen wir dann aber wirklich weiter.“ Man sieht, das Prinzip einer Kneipentour fällt uns schwer: Schon bei der ersten Station bleiben wir länger hängen als geplant ;).

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Strandwolf am Stadtgraben ©Stephanie Angel, Stadt Wolfenbüttel

Der zweite Cocktail war jetzt leer und es konnte weiter gehen. Unsere nächste Station war die Kneipe „Augusta“, direkt am Herzogtor gelegen. Die Augusta ist ein familiengeführtes Lokal und schon von draußen hörten wir, dass die Stimmung super war. Auch hier hätten wir die Möglichkeit gehabt draußen zu sitzen, doch mittlerweile hatte es doch etwas aufgefrischt und wir entschlossen uns rein zu gehen. Die Stimmung in der rustikalen Kneipe war ausgelassen und wir wurden gleich herzlich von dem Wirt und den Gästen begrüßt. Wir bestellten jeder ein Alster und suchten uns einen kleinen Tisch mit Hockern um die stimmungsvolle Atmosphäre auf uns wirken zu lassen. Wir versuchten es uns nicht zu bequem zu machen, schließlich hatten wir noch einige Stationen vor uns. Als wir aufbrechen wollten, bestand aber der Wirt darauf noch einen kleinen Schnaps mit uns zu trinken. Nun ging es aber, wieder mit leichter Verzögerung, weiter.

Unser Weg zu unserem nächsten Ziel führte Inga und mich durch die Fußgängerzone Wolfenbüttels. Das tolle Fachwerk sieht durch die Beleuchtung der Schaufenster und der Laternen einfach schön aus. Ein kleiner Tipp: Besonders romantisch ist es in der Stadt im Winter, wenn die Weihnachtsbeleuchtung an ist und mit etwas Glück vielleicht schon Schnee liegt oder gerade fällt. Dann ist es immer ein Highlight für mich bei Dunkelheit durch die Fußgängerzone zu schlendern. Unsere Zielstrebigkeit schnell weiter zu kommen wurde aber durch die verschiedenen Geschäfte gebremst. Inga und ich können nämlich nie darauf verzichten einen kleinen Schaufensterbummel zu machen ;).

Als nächstes kam jetzt die Kneipe „Zur Mühle“ an die Reihe. Hier war es auch gut besucht, aber wir hatten Glück und fanden noch zwei Plätze an der Bar. Im Gegensatz zu unseren bisherigen Stationen fällt hier auf, dass der Altersdurchschnitt deutlich jünger ist. Kein Wunder, die Mühle, wie die Kneipe im Volksmund genannt wird, ist Treffpunkt für jüngere Leute und Studenten. In den anderen Kneipen ist das Publikum in eigentlich allen Altersklassen vertreten oder der Altersdurchschnitt etwas höher. Inga und ich bestellten uns beide eine Cola und ließen uns zu einer Runde Kicker überreden. Bevor wir weiter zogen gab es aber noch einen Kurzen; der Mexikaner hier ist nämlich echt gut ;).

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„Zur Mühle“ © Alina Jassmann, Stadt Wolfenbüttel

Alt –Wolfenbüttel“ von den Wolfenbüttelern „Theo“ genannt war unsere nächste Etappe. „Theo“ ist in Wolfenbüttel dafür bekannt, dass man hier während des Wochenmarktes super zum Frühshoppen kommen kann. Auch an Heiligabend ist es ein beliebter Treffpunkt um sich auf die Weihnachtszeit einzustellen. Die Kneipe ist ein kleines Fachwerkhaus, aber trotzdem oder gerade deswegen herrscht hier eine absolut gemütliche Atmosphäre und auch die Stimmung ist super. Man kann sowohl im Erdgeschoss als auch in der ersten Etage Platz nehmen. Wir blieben gleich unten und tranken hier unser Bier, denn wir hatten ja noch ein bisschen was vor uns.

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„Alt Wolfenbüttel – Theo“ © Alina Jassmann, Stadt Wolfenbüttel

Weiter gings in die „13“ (also den Zimmerhof 13 ;)). Das besondere hier ist, dass sich die Kneipe über drei Etagen erstreckt. Im Sommer kann man aber auch super im Außenbereich sitzen, von dem man einen schönen Blick auf die Oker hat. Inga und ich entschieden uns dafür ganz nach oben zu gehen und bestellten uns jeder einen Hugo. Von hier oben schauten wir auch schon zu unserem nächsten Ziel: Der Kneipe „Fritz – Unfassbar anders“, die direkt gegenüber liegt. Hier angekommen entdeckten wir gleich den Billardtisch und versuchten eine Runde zu spielen. Leider bin ich nicht so talentiert ;). Auch hier war die Stimmung ausgelassen aber wir mussten ja weiter…zwei Kneipen standen noch auf unserer Liste.

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Zimmerhof 13 ©Stephanie Angel, Stadt Wolfenbüttel

Gleich um die Ecke in der Kommissstraße ist der Pub „Slims’s Irish Corner“. Das Slim’s ist ein typischer irischer Pub mit irischem Bier und anderen Getränken und natürlich auch irischer Musik. Oft gibt es hier Livemusik aber auch für Karaoke Fans hat der Pub etwas zu bieten, denn jeden Mittwoch finden Karaoke Abende statt. Inga und ich wollten hier dann auch mal etwas anderes probieren und so bestellte Inga sich ein Cider und ich ein Guiness. Wir schunkelten noch ein bisschen zu der Musik, aber dann mussten wir auch schon weiter.

Unsere letzte Station war die Schlossschänke. An wärmeren Tagen kann man auf der Terrasse sitzen und hat einen super Blick auf das Schloss. Hier suchten wir uns ein etwas ruhigeres Plätzchen und bestellten uns eine Altbierbowle mit Erdbeeren, von der wir schön öfter gehört hatten. Die Mischung aus herben Bier und süßen Erdbeeren war genau richtig 😉 und ein schönes Ende für unseren Kneipenbummel durch Wolfenbüttel.

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Schlossschänke ©Schlossschänke Wolfenbüttel

Zusammenfassend muss ich echt sagen, dass eine Kneipentour wirklich lustig ist und auch viel Spaß macht, aber durchaus auch anstrengend sein kann ;). Vor allem wenn man an einem Abend alle schaffen möchte. Am Ende unserer Tour merkte wir dann doch, dass wir gar nicht so wenige Kneipen haben…

Am 8. Oktober fand in Wolfenbüttel auch seit langem mal wieder das Honky Tonk Kneipenfestival statt. Das Prinzip dahinter ist eigentlich auch eine Kneipentour und zog an diesem Samstag viele Musikfans in die verschiedenen Kneipen von Wolfenbüttel. Meinen Freunden, mit denen ich an diesem Abend los zog und mir gefielen am besten die Band „Jamstreet“ im Strandwolf  und Big Lenny Power Exson im Café Claire. Schon nach kurzer Zeit füllte sich die Tanzfläche. Im Slim’s Irish Corner rockten die Baltic Scots und Bingo & Bongo sorgten im Fritz – Unfassbar anders für Partystimmung. Aber auch alle anderen Kneipen waren sehr gut besucht und überall war eine unfassbar ausgelassene Stimmung.  In Wolfenbüttels Innenstadt herrschte ein buntes Treiben. Die Wege von einer Location zur nächsten waren gefüllt mit Teilnehmern des Honky Tonk Festivals, die sich schon auf die nächste Band freuten.

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Unsere Eintrittskarte 😉 © Alina Jassmann, Stadt Wolfenbüttel
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Jamstreet im Strandwolf © Alina Jassmann, Stadt Wolfenbüttel

Also, wenn Ihr auch eine Kneipentour plant, kann das Honky Tonk Kneipenfestival ein toller Anlass sein. Viel Spaß dabei :)!

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