Macht Euch bereit für eine Reise bis zum Mittelpunkt der Erde…

…ihr Weltentdecker, Höhlenforscher und Erfinder. Kommt mit uns auf eine spannende Expedition durch die Schatzkammern der Erde.

Unter diesem Motto lädt das AHA-ERLEBNISmuseum für Kinder und Jugendliche e.V. Besucher auf seiner Internetseite zur bereits 16. Mitmachausstellung, in diesem Jahr unter dem Thema „Schatzkammer Erde“, ein. Diese freundliche und spannende Einladung hat meine Neugierde entfacht und so mache ich mich ganz gespannt auf dem Weg in die Lindener Straße.

Hier geht es rein©Dagmar Steffenhagen (Stadt Wolfenbüttel)

Vom Kindermuseumsmacher zum Verein

Das AHA-ERLEBNISmuseum befindet sich in einem Hof des ehemaligen Firmenkomplexes der Kuba Werke. Seit 2002 ist der Verein schon in den Räumlichkeiten beheimatet. Die Leiterin, Annette Goslar, wurde 1998 erstmals durch einen Flyer der Akademie Remscheid auf eine Langzeitausbildung zum „Kindermuseumsmacher“ aufmerksam. Die ehemalige Erzieherin hat sich dann mit viel Spaß und Engagement ausbilden lassen und am Ende der Ausbildung bereits ein Projekt direkt für Wolfenbüttel ausgearbeitet, an dem Kinder und Jugendliche partizipieren können. Mit ihrer Begeisterung hat sie schnell ihren Freundeskreis angesteckt und diese haben sich dann etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Im November 2000 hatte Annette zu ihrem Geburtstag eingeladen und war, nachdem sie lange auf die Gäste gewartet hatte, sehr enttäuscht dass niemand kam, und räumte um 21 Uhr doch sehr verstimmt das vorbereitete Büffet weg. Und dann kam die große Überraschung! Ihre Freunde standen gemeinsam vor der Tür und hatten für sie ein ganz außergewöhnliches Geburtstagsgeschenk vorbereitet: Die Gründung des Vereins „AHA-ERLEBNISkindermuseum e.V.“. Schnell wurde das Büffet wieder aufgebaut und es fand gleich die erste Sitzung des neuen Vereins statt. Da der Verein noch keine Ausstellungsfläche hatte, war Annette anfangs mit ihren vielen Mitmachexponaten mobil bei den Wolfenbütteler Kindergärten und Schulen unterwegs. Als dann der Mietvertrag mit dem Fabrikgebäude in der Lindener Straße unter Dach und Fach war, mussten kurzfristig alle Materialien eingesammelt werden um die leere Halle zu bestücken. Und dann: Im März 2002 eröffnete die 1. Mitmachausstellung zum Thema „Zeit“ ihre Pforten, noch ganz provisorisch mit dem grauen Fabrikfußboden und kaltem Industrielicht. Die Besucher strömten allerdings voller Begeisterung zur Ausstellung, denn zu diesem Zeitpunkt gab es noch kein weiteres Kindermuseum in Niedersachsen.

Das erste Experiment

Der Eingangsbereich ist bunt und fröhlich. Ich schließe mich einer Kindergartengruppe aus Braunschweig an. Spontane Reaktion eines Jungen beim Reinkommen „Das sieht ja schön aus“. Und das ist es wirklich. Das Team um Annette Goslar hat ganze Arbeit geleistet. Auf bunten Hockern warten wir gespannt auf die Einführung durch die Leiterin des Kindermuseums. Mit Entdeckerhut und Forscherkoffer ausgerüstet, werden wir freundlich mit einem „Guten Morgen, ich bin die Annette und komme gerade von einer Expedition“ begrüßt.

Annette Goslar auf Expedition©Dagmar Stefffenhagen (Stadt Wolfenbüttel)

Als erstes nimmt uns Annette mit auf eine Reise zum Erdmittelpunkt und den Gesteinen und es wird uns ein Vulkan gezeigt. Die erste Reaktion „Der sieht ja aus wie ein Schokokuchen“ – stimmt auch. Dann werden aus der Gruppe zwei freiwillige Forscher ausgewählt: „Seid ihr mutig?“, die dann natürlich ausgerüstet mit Schutzbrille das erste Experiment starten: Der eine Forscher füllt Natron in den Vulkanschlot und die andere Forscherin darf Essig tropfenweise dazugeben. Annette erklärt, dass hiermit CO2 produziert wird und schon sehen wir alle ganz begeistert zu, wie der Vulkan anfängt zu sprudeln.

Experiment mit dem Vulkan©Dagmar Steffenhagen (Stadt Wolfenbüttel)

Jetzt werden alle in verschiedene Forschergruppen eingeteilt, denn es gibt im Kindermuseum viele Schatzkammern zu entdecken: Arktis, Bodenschätze, Wüste, Vulkane, Boden, Wasser, Regenwald und die Schatzkammer der Vergangenheiten. In kleinen Teams starten wir auf Forschertour. Ausgerüstet mit den entsprechenden Forscherkarten geht es los. Die Schatzkammer der Vergangenheiten ist die Dinohöhle. Hier kann nach Fossilien gegraben werden.

Dieser Bereich ist übrigens der Lieblingsplatz von Annette. Mittags und abends konnte ihr Team sie  in der Aufbauphase hier immer wieder finden, mit dem Pinsel in der Hand – sie hat viel Spaß beim Malen und Gestalten und findet hierbei auch ihre Entspannung.

Die Dinohöhle©Dagmar Steffenhagen (Stadt Wolfenbüttel)

Überhaupt ist die ehemalige Erzieherin der „Kunstkopf“ des Museums. Sie ist der künstlerisch angelegte Mensch und hat sich ihre kindliche Neugier bewahrt. Dadurch ist sie immer ganz nah am Kind und weiß genau, was ankommt. „Hands on“, das heißt „Anfassen und dadurch begreifen“ – das ist das Motto des Kindermuseums. Den naturwissenschaftlichen Bereich hat sie sich im Laufe der Jahre angeeignet, freut sich jedoch über die Unterstützung von Fachpersonal.

Forscher-Kids und AHA-Team

Bis zur fertigen Ausstellung ist es ein langer Weg. Nach den Sommerferien begeben sich die Forscher-Kids (das sind Kinder zwischen 6-14 Jahren) auf Recherche und suchen nach einem Thema. „Was interessiert Kinder?“ Das Thema soll immer gesellschafts- und auch bildungsbezogen sein. „Was macht das Thema mit den Kindern?“ Auch wurden die Museumsbesucher befragt und konnten für eine Auswahl an Themen stimmen. Bis Dezember muss das Thema stehen. Die Forscher-Kids tüfteln, forschen und probieren alles aus, was die Besucherkinder in der nächsten Mitmachausstellung vorfinden werden. Dazu machen sie auch Ausflüge, wie zum Beispiel zur Iberger Tropfsteinhöhle, um sich weiter inspirieren zu lassen. Das AHA-Team (das sind die Erwachsenen) trifft sich auch regelmäßig zu Planungsgesprächen. Zwischen Weihnachten und Neujahr erstellt Annette dann den didaktischen Faden. Dies ist übrigens eine über 30-seitige Power Point Präsentation, die sie beim Neujahrsfrühstück Anfang Januar vorgestellt hat. Es hat mich schon sehr beeindruckt, mit welcher Detailarbeit, intensiver Vorbereitung und Planung hier gearbeitet wird. 25 bis 30 aktive Menschen begleiten die Ausstellung und bauen auf. Und hier ist die größte Schatzkammer des Museums zu finden, das sind die engagierten und mit Herzblut arbeitenden Menschen rund um Annette Goslar. Weitere Helfer werden immer noch gesucht, wie zum Beispiel zum Begleiten der Besuchergruppen.

Die Schatzkammern

Jetzt zurück zu unserer Reise. Die erste Gruppe geht zum Bergwerk und anschließend in die Wüste. Katrin Keller führt die Gruppe. Für eine Entdeckertour durchs Bergwerk wird die richtige Ausrüstung benötigt: Helm, Stirnlampe und Handschuhe. Dann geht es durch den AHA Stollen tief ins Bergwerk hinein.

In der Wüste wartet schon das freundliche Kamel Isabelle auf die Forscher. Mit Hilfe eines Seilzuges wird hier Sand gegen Wasser getauscht.

Eine andere Gruppe begleite ich zur Schatzkammer Wasser. Hier gibt es viel zu tun, denn die Fische müssen aus dem verschmutzten Meer gerettet werden.

Ins Kindermuseum kommen alle: Pädagogen, Familien, Großeltern mit Enkeln, Kindergartengruppen, Schulklassen und Privatpersonen. Dass man sich neben dem ganzen Experimentieren auch wunderbar entspannen kann, davon erzählt Annette augenzwinkernd folgende Anekdote: Während Mutter und Kind sich ganz in die frühere Ausstellung mit dem Buchstabensalat vertieft haben, hat es sich der Papa in der Bücherecke mit Kopfhören gemütlich gemacht und ist dabei eingeschlafen – also ein tolles Familienerlebnis, jeder kam auf seine Kosten. Besonders genießt sie es, wenn sie sieht, dass sich Eltern und Kinder auf verschiedene Reisen im Museum begeben und dann später wieder zusammen kommen und die Erlebnisse teilen. Auch Erwachsene, die noch Kind geblieben sind, und gerne mal alleine kommen möchten, sind herzlich willkommen. Ein Pärchen aus Marburg stattet dem Kindermuseum einmal jährlich einen Besuch ab. Kinder sollten auf jeden Fall mit Begleitung kommen. Eintauchen mit Familie ist gewünscht, um die Neugierde bei den Erwachsenen wieder zu entfachen und Neugierde und Spaß bei den Kindern zu erhalten. Kindergeburtstage können auch im Museum gefeiert werden.  Einfach mal beim Team nachfragen  – es kann auch ein Geburtstagstisch gebucht werden.

Das neue Logo des Kindermuseums wird ab diesem Jahr das Chamäleon sein und löst den bis dahin verwendeten Kreisel ab. Dieses wechselhafte und anpassungsfähige Tier passt wunderbar zum Leitgedanken des Museums.

Im Kindermuseum gibt es viel zu tun. Gerne hätte ich noch ein paar Fische gerettet, aber leider muss ich zurück ins Büro. Für alle, die jetzt neugierig geworden sind und gerne selbst auf Entdeckertour gehen möchten, ist die derzeitige Ausstellung noch bis zum 12. November geöffnet.

Alle weiteren Infos findet Ihr unter www.ahamuseum.de

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