Zwei Golfputter mit Golfbällen

Großer Spaß auf kleinem Grün – Erlebnisgolf

Freizeitvergnügen mit Ball und Schläger für jedermann – auch für den Herbst.

Nach dem sehr warmen Spätsommer ging es mit einem schönen Herbstanfang weiter. Bevor es so richtig nass und kalt wird und das Schmuddelwetter beginnt, genieße ich nochmal die Sonnenstrahlen und das angenehme Herbstwetter bei einer besonderen Freizeitaktivität, dem Erlebnisgolf.

Mit unserem Motorrad fahren mein Freund Erich und ich zum Stadtbad Okeraue in Wolfenbüttel. Dort gibt es einen Erlebnisgolfplatz, den wir gern mal ausprobieren möchten.

Die Spielregeln
Die Spielregeln © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

Beim Stadtbad angekommen suchen wir uns erst einmal einen Parkplatz und gehen zur Kasse. Die nette Mitarbeiterin dort empfiehlt der Familie vor uns gerade ein stressfreies Familientagesticket für das Badevergnügen. Jetzt sind wir an der Reihe und lösen zwei Tickets für den Erlebnisgolfplatz und erhalten unsere Spiel-Ausstattung. Diese besteht aus zwei Golfputtern und zwei verschiedenfarbigen Golfbällen sowie einem Klemmbrett mit einer Spielkarte, die mit einer Abbildung der Bahnen sowie den Spiel- und Verhaltensregeln versehen ist. Somit sind wir bestens für unser Spiel ausgerüstet.

Unsere Spielkarte
Unsere Spielkarte © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

Damit wir auch umfassend über das Spiel informiert sind, habe ich mich mit Herrn Oliver Wölbern, dem Leiter des Stadtbades in Wolfenbüttel, verabredet.

Er erklärt uns, dass Erlebnisgolf eine Mischung aus Golf und Minigolf ist:

Das Schöne ist, dass nicht auf den beim Minigolf üblichen grauen Betonbahnen gespielt wird, sondern auf Golfrasen oder wie hier auf naturidentischen Kunstrasenbahnen. Der gesamt Platz hat zwölf verschieden angelegte Bahnen auf einer Fläche von circa 1800 m².

Der Erlebnisgolfplatz
Der Erlebnisgolfplatz © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

Erlebnisgolf ist einfacher als das herkömmliche Golfspiel, da die Bahnen kürzer, meist zwischen acht und fünfzig Metern, lang sind. Die einzelnen Bahnen bestehen aus Materialien und Formen, die der Natur nachempfunden sind, mit unterschiedlichen Unebenheiten, die aber auch den Reiz des Spiels ausmachen.

Der Spieler muss die Bahnen richtig einschätzen und zum Beispiel die Begrenzungen aus Stein oder Holz mit einbeziehen, damit der Ball passgenau im Loch, auch „Hole“ genannt, landet.

Das zeigt uns Herr Wölbern auch gleich auf der ersten Spielbahn.

Herr Wölbern auf Bahn 1
Herr Wölbern auf Bahn 1 © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

Herr Wölbern erzählt uns, dass beim Erlebnisgolf die gleichen Regeln wie beim normalen Golf gelten und ein guter Spieler eine Bahn mit etwa drei bis fünf Schlägen bewältigen sollte. Für jedes Loch ist ein Par definiert. Dieser Wert steht für die Anzahl an Schlägen, die ein sehr guter Spieler zum Einlochen benötigt. Auf dem Spielplan sind auch die Par mit angegeben, so ist es uns möglich, unser Können richtig einzuschätzen. Genau wie beim „Großen Golf“ müssen die vorhandenen Bahnen auch von uns beim Spielen betreten werden.

Gut informiert und optimal vorbereitet starten wir unser Spiel und gehen an den Abschlag.

Erich am Abschlag auf Bahn 1
Erich am Abschlag auf Bahn 1 © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

Erich fängt an, danach spiele ich meinen Ball. Da mein Ball am weitesten vom Loch entfernt ist, bin ich schon wieder mit dem nächsten Schlag dran.

Mein Ball ist weiter vom Loch entfernt
Mein Ball ist weiter vom Loch entfernt © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

Ich komme dem Loch etwas näher, schaffe es aber nicht den Ball einzulochen, sondern lande am Steinhindernis das die Bahn begrenzt. Erich schafft es glücklicherweise auch nicht mit seinem zweiten Schlag. 😉

Kurz vor dem Einlochen auf Bahn 1
Kurz vor dem Einlochen auf Bahn 1 © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

Dann ist Erich mit dem dritten Schlag dran. Mist, der geht rein. Aber auch ich schaffe es mit dem dritten Schlag einzulochen. Wir haben beide geschafft Par zu spielen, wie es auch für die erste Bahn vorgegeben ist.

Auf der nächsten Bahn benötigt mein Freund leider weniger Schläge als ich zum Einlochen.

Bei Bahn Drei liegt das Loch diesmal hinter einem Wall in einer kleinen Vertiefung. Das heißt, erst einmal vorsichtig an den kleinen Wall heran spielen und dann mit etwas Schwung ins Loch.

Wall mit Vertiefung auf Bahn 3
Wall mit Vertiefung auf Bahn 3 © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

Erichs Ball landet seitlich der Bahn in einen Sandbunker. Jetzt muss er den Ball von dort aus wieder auf die Bahn spielen. Alternativ ist es auch erlaubt, den Ball auf der nächstgelegenen Stelle der Spielbahn einzusetzten. Aber das würde einen zusätzlichen Schlag als Strafe kosten.

Erich im Sandbunker
Erich im Sandbunker © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

Als nächstes kommt eine sich schlängelnde Bahn mit leicht wellenförmigem Boden und mehreren Steinen am der Bahneinfassung, die für eine optimale Ballspiellänge mit in den Schlag einbezogen werden können. Leider hab ich es nicht so mit der visuellen Vorstellungskraft des Ballverlaufs.

Bahn 4 mit Steinbegrenzung und welligem Boden
Bahn 4 mit Steinbegrenzung und welligem Boden © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

Der geschwungene Boden dieser Bahn erinnert mich an die Grüne Zitadelle in Magdeburg. Dort hat Friedensreich Hundertwasser auch absichtlich einen gewellten Fußboden anlegen lassen. Für Hundertwasser bedeutete ein „belebter, unebener Fußboden eine Wiedergewinnung der Menschenwürde, da der Mensch auch einen Tastsinn für Hände und Füße hat“. Für Ihn wird der „unebene Wandelgang zur Symphonie, zur Melodie für die Füße. Er bringt den ganzen Menschen in Schwung“.

Auf dieser Bahn haben wir somit – frei nach Hundertwasser – ebenfalls „Melodien für die Füße“

Auch auf Bahn vier ist mir mein Freund um eine Nasenlänge, beziehungsweise um einen Schlag voraus. Auf Bahn Fünf erwartet uns ein Hindernis aus Holz genau in der Mitte der Bahn das wir mit unseren Bällen überqueren müssen.

Das Ziel befindet sich diesmal seitlich von einer kleinen Kuppe.

Erich am Abschlag auf Bahn 5
Erich am Abschlag auf Bahn 5 © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

Diesmal bin ich mit zwei Schlägen fertig und Erich benötigt doppelt so viele. 🙂

Inzwischen haben sich noch drei weitere Personen zu uns auf den Platz gesellt. Familie Eckhoff kommt aus Braunschweig und möchte, genau wie wir, den Erlebnisgolfplatz ausprobieren. Die Eckhoffs haben auch schon in Bayern Erlebnisgolf gespielt und kennen sich daher mit den Regeln des Spiels aus. Frau Eckhoff meint, dass Wolfenbüttel attraktive Eintrittspreise hat im Vergleich zu anderen Plätzen (Erwachsene 4,50 Euro, Kinder und Jugendliche von 6-14 Jahren 3,50 Euro, Kinder unter 6 Jahren sind frei). Sie kann sich gut vorstellen hier auch mal einen Geburtstag für Ihren Sohn zu veranstalten.

Familie Eckhoff beim Erlebnisgolfen
Familie Eckhoff beim Erlebnisgolfen © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

 Mit voller Konzentration geht es auf Bahn sechs weiter.

Kerstin am Abschlag auf Bahn 6
Kerstin am Abschlag auf Bahn 6 © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

Nur leider landet diesmal mein Ball im Kiesbett. Mit einem beherzten Schlag bekomme ich den Ball wieder auf die Bahn. Dadurch liege ich aber auch hier mit zwei Schlägen hinter meinem Freund.

Bei den nächsten beiden Bahnen bin ich leider auch nicht so geschickt und meinen Rückstand wird um einiges größer.

Aber dann kommt eine Bahn die mir sehr gefällt. Die Bahn neun ist schön lang und das Loch liegt in einer Vertiefung. Da ich den Ball sowieso meist zu stark schlage liegt mir diese Bahn ungemein. Ich muss nur richtig zielen und der Ball geht dann wie von selbst in das Loch. Juhu, tatsächlich schaffe ich ein „Hole in one“ und loche mit einem Schlag ein. Tja, das muss mir mein Freund erst einmal nachmachen.

Die schönste Bahn des Platzes
Die schönste Bahn des Platzes © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

Glücklicherweise schafft Erich das aber nicht und ich kann hier endlich ein paar Schläge gut machen.

Auf Bahn zehn ist Erich mir nur einen Schlag voraus, da mein Ball ganz knapp vor dem Loch liegen bleibt. Schade eigentlich. 😉

Eingelocht
Eingelocht © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

Die Bahn elf ist dann wieder etwas trickreicher, da das Loch auf einem Hügel liegt.

Nach der letzten Bahn bin ich aber hoch motiviert und probiere mein Glück. Jetzt nur nicht zu stark den Ball spielen. Und ich habe Glück, der Ball bleibt auf der Kuppe kurz vorm Loch liegen. Jetzt ist Erich dran. Leider landet sein Ball mal wieder neben der Bahn. Mit meinem nächsten Schlag loche ich meinen Ball ganz entspannt ein. Auch bei den nächsten Versuchen gelingt es Erich leider nicht seinen Ball in das Loch zu bekommen. Nach acht Schlägen muss er die Bahn aufgeben und sie wird für ihn mit zehn Schlägen bewertet.

Die Schwierigkeiten auf Bahn 11
Die Schwierigkeiten auf Bahn 11 © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

Auf der letzten Bahn gibt es zum Schluss noch eine kleine Überraschung, nämlich zwei Ziele. Das ist jetzt etwas verwirrend, mal sehen welches Loch ich am besten anspielen kann. Erich schaut sich die Situation genau an und schafft es mit fünf Schlägen seinen Ball im Loch zu versenken. Leider klappt es bei mir nicht so gut, so dass ich die Bahn nach dem achten Schlag aufgeben muss und zehn Schläge kassiere.

Bahn 12 mit zwei Zielen
Bahn 12 mit zwei Zielen © Kerstin Ehrenberg, Stadt Wolfenbüttel

So, jetzt müssen nur noch die Schläge zusammen gezählt werden, damit wir wissen wer gewonnen hat. Und hier kommt das Ergebnis: Ich gehe als ruhmreiche Zweite aus dem Spiel hervor. Mein Freund Erich landet leider nur auf dem vorletzten Platz. Das ist aber kein Problem für mich, da ich eine gute Verliererin bin. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht.

Gerade als wir unsere Ausrüstung wieder zur Kasse zurück bringen kommt eine weitere Gruppe mit vier Erwachsenen und drei Kindern auf den Platz. Na dann, noch viel Vergnügen beim Spielen.

Mein Fazit

Ich finde, Erlebnisgolf ist eine gute Möglichkeit, um Leuten wie mir, die sich beim Golf nicht auskennen, das Spiel näher zu bringen und dabei gleichzeitig viel Spaß zu erleben.

Also raus an die frische Luft, denn auch im Herbst und Winter gibt es so manchen Tag mit Sonnenschein, an dem es sich lohnt, ihn draußen zu verbringen. Bei trockenem Wetter ohne Schnee ist es sogar im Winter möglich, in Wolfenbüttel Erlebnisgolf zu spielen.

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