Stadtgraben mit Blick auf die Hauptkirche

Ein Erlebnis zu jeder Jahreszeit: Ein Spaziergang über die Wolfenbütteler Wallanlagen – Teil 2

Hallo, schön, dass ihr wieder dabei seid bei unserem Spaziergang über die Wallanlagen. Wir Drei – Dieter, Torben und ich – freuen uns jetzt auf den attraktivsten Teil der ehemaligen Wolfenbütteler Befestigungsanlagen, den Stadtgraben. Begleitet uns doch einfach weiter … Aber wundert euch nicht, wenn ihr die Fotos seht … unser Spaziergang war im Februar … Wenn ihr jetzt Anfang Juni dorthin geht, steht die Natur in voller Pracht!

Regenbogen in der Fontäne am Stadtgraben
Wenn man Glück hat, entdeckt man in der Fontäne am Stadtgraben sogar einen Regenbogen. ©Stephanie Angel, Stadt Wolfenbüttel

Der Stadtgraben

Vom Harztorwall kommend, müssen wir jetzt nur noch kurz an der Fußgängerampel warten und schon sind wir abseits vom Verkehr mitten in der Natur. Schade, dass heute die Wasserfontäne abgestellt ist, die sich am westlichen Ende des Stadtgrabens befindet. In den Sommermonaten ist sie immer ein beliebtes Fotomotiv. Aber auch heute können wir ein paar interessante Fotos schießen, zum Beispiel vom hübschen Fachwerk-Schwanenhaus, das im leicht angefrorenen Wasser steht, vom weit sichtbaren roten Wasserturm oder vom Stadtbad Okeraue, das wir durch die noch kahlen Bäume gut erkennen können.

Hier bietet sich übrigens ein längerer Halt bei eurem Rundgang über die Wallanlagen an, in unserem herrlichen Ganzjahres-Allwetterbad mit seinem einzigartigen Cabriodach. Bei dem Wetter heute ist allerdings eher ein Gang in die tolle Saunalandschaft des Bades angesagt. Aber im Sommer ist das Ganze ein großzügiges Freizeitareal mit großer Bade- und Parklandschaft, das zum Schwimmen, Sonnen, Spielen und Entspannen einlädt. Ebenfalls zum Stadtbad Okeraue gehören ein Erlebnisgolfplatz mit naturidentischen Kunstrasenbahnen und einen Kanuverleih. Leiht euch doch im Sommer mal ein Kanu aus und schaut euch unsere Wallanlagen vom Wasser aus an … Ach, und einen komfortablen Wohnmobilstellplatz gibt es hier auch noch … Nun aber weiter am Stadtgraben. Wir gehen an der südliche Seite entlang und können den Weg wählen: unten oder oben: direkt am Wasser oder auf dem heute circa fünf Meter hohen Wall, der hier den Stadtgraben zur Oker hin begrenzt. Meistens wird unten zu Fuß gegangen und oben Rad gefahren, also bleiben wir auf Wasserhöhe. Über die Wasserfläche hinweg Richtung Norden sehen wir durch die Bäume das größte Hotel Wolfenbüttels, unser Lessingtheater von hinten, eine gepflegte Tennisanlage, den mächtigen Ziegelbau der Gesamtschule Wallstraße und natürlich den Kirchturm unserer Hauptkirche, der uns immer wieder zeigt, wie nah wir an der Altstadt sind.

Corneliusberg am Stadtgraben
Die höchste Erhebung am Stadtgraben: der Corneliusberg ©Donata Sengpiel-Schröder, Stadt Wolfenbüttel

Aber richtig auffällig ist ein richtiger Berg auf der anderen Seite, der bestimmt 20 Meter hoch ist. Dieter erklärt uns, dass dies ein Teil der ehemaligen Wallanlagen ist, der nicht abgetragen wurde… Könnt ihr euch vorstellen, wie gut verpackt und geschützt unsere Stadt früher mal war, als alle Wälle diese Höhe hatten? Jetzt nähern wir uns dem „StrandWolf“, unserer beliebten Strandbar. Direkt am Wasser gelegen, von schneeweißem Sand und dem frischen Grün des Rasens umgeben, ist sie im Sommer der Treffpunkt für Jung und Alt. Dieter, Torben und ich sind uns jetzt schon einig: Hier treffen wir uns im Sommer nochmal auf ein Getränk…

Strandwolf Wolfenbüttel
Der StrandWolf: Im Sommer ein beliebter Treffpunkt ©Stephanie Angel, Stadt Wolfenbüttel

Der Übergang vom Stadtgraben zum Generationenpark: Das Juliuswehr

Vorbei an einem großzügigen Kinderspielplatz, der hinter dem  Strandwolf liegt, nähern wir uns wieder der Zivilisation und müssen eine Straße queren, die Marktstraße. Bevor wir uns wieder ins Grüne bewegen, gibt es hier am Übergang aber einiges zu sehen: Das mächtige Juliuswehr mit seiner Fischtreppe – ja, Fische können auch  Treppe gehen – und vor dem Wehr direkt an der Oker die Bootstation des „Okerpiraten“. Neben dem Ausleihen von Kanus und weiterer Wasserfahrzeuge können Gruppen hier auch auf eigens dafür konzipierten Booten geführte Touren buchen. Ein tolles Erlebnis, die Stadt vom Wasser aus zu entdecken.

Juliuswehr mit Fischtreppe
Juliuswehr mit Fischtreppe ©Donata Sengpiel-Schröder, Stadt Wolfenbüttel

Der Generationenpark

Zwischen Markt- beziehungsweise Wallstraße und der Straße Am Herzogtore liegt ein äußerst sportlicher Teil der Wallanlagen, den wir jetzt betreten: Der Generationenpark mit seinen elf Outdoor-Fitnessgeräten. Darüber hat Alina in ihrem Blogbeitrag Die schönsten Laufstrecken in Wolfenbüttel bereits geschrieben. Ungefähr in der Mitte des Areals sehen wir durch die kahlen Bäume in nördlicher Richtung was orange-farbiges aufblitzen… Das Stammwerk der Firma „Jägermeister“, in dem unser weltbekannter Wolfenbütteler Kräuterlikör hergestellt wird. Habt ihr schon mal unseren „Jägermeister-Montag“ mitgemacht?

Was uns drei hier im Generationenpark aber besonders bewegt, sind nicht die Trimmgeräte, sondern ist das Gefühl von Freiheit, wenn wir die mächtigen stacheldrahtbewehrten Mauern der JVA sehen. Ein riesiger Gebäudekomplex mit langer Geschichte am Nordausgang der ehemaligen mächtigen Festungsanlagen, der den Namen Philippsberg trägt. Heute befindet sich hinter den Mauern nicht nur ein Gefängnis, sondern auch eine Gedenkstätte zur Geschichte der ehemaligen Hinrichtungsstätte.

Die mächtigen Mauern der JVA
Die mächtigen Mauern der JVA – Wir sind in Freiheit! ©Donata Sengpiel-Schröder, Stadt Wolfenbüttel

Jetzt verabschieden wir uns von diesem beeindruckenden Wallabschnitt und kommen wieder in urbane Bereiche…

Auf zum Rosenwall und zum Abschluss ins Café

Über den im Sommer wunderschön mit Blumen und Pflanzen gestalteten Verkehrskreisel am Herzogtore sehen wir schon, wo die Reste der Wallanlagen weitergehen, am Rosenwall. Erstmal müssen wir uns wieder an den Autoverkehr gewöhnen … und die befahrene Straße, die Richtung Braunschweig führt, überqueren. Und natürlich haben wir schon wieder den Kirchturm der Hauptkirche im Blick. Aber jetzt zum Rosenwall, den ich eigentlich nur als beliebten Rodelberg im Winter kenne… Deshalb bin ich erstaunt, was sich auf und neben dem Wall alles entdecken lässt: eine moderne Skulptur mit dem Namen „Transformat“ (Tipp: Wer mehr über die Kunst in unserem  öffentlichen Raum erfahren will, holt sich aus der Tourist-Info eine entsprechende kostenlose! Broschüre), ein knorriger, uralter Baum, aber auch eine lange Reihe Parkplätze (muss wohl sein) am Fuße des Walls. Auf der anderen Straßenseite stehen hübsche alte Villen, aber auch ein großer Gebäudekomplex: die Große Schule von 1543. Hier gingen unter anderem Elster und Geitel (Physiker) und Wilhelm Raabe (Schriftsteller) zur Schule.

Am Schiffwall: Die Schünemannsche Mühle
Am Schiffwall: Die Schünemannsche Mühle ©Donata Sengpiel-Schröder, Stadt Wolfenbüttel

Weiter geht es Richtung Schiffwall, das Gebäude des Amtsgerichtes lassen wir lieber links liegen und widmen uns zum Ende unseres Spazierganges noch dem prächtigen Bau der Schünemannschen Mühle, in der heute die Bundesakademie für kulturelle Bildung der Hausherr ist. Hier am Schiffwall verabschieden wir uns von den ehemaligen Befestigungsanlagen. Wir sind kaputt und sehnen uns nach einer leckeren Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen. Vorbei an unserem romantischen „Klein Venedig“ und schon sind wir im Zentrum auf unserem historischen Stadtmarkt und im gleichnamigen Café.

Dieter zeigt auf alten Karten den Verlauf der Wallanlagen
Geschafft: Abschluss im Café am Stadtmarkt ©Donata Sengpiel-Schröder, Stadt Wolfenbüttel

Endlich sitzen. Wir waren knapp zweieinhalb Stunden unterwegs. Dieter zeigt uns nochmal anhand von alten Karten, wo wir lang gegangen sind. Torben und ich sind uns einig: das ist ein toller, abwechslungsreicher Spaziergang gewesen, einmal rund um unsere Altstadt, fast immer im Grünen, und den Kirchturm, den hatten wir immer im Blick. Und besonders danken wir beide Dieter, dass er uns so unterhaltsam mit der Geschichte der Wallanlagen vertraut gemacht hat.

Ich finde, diese Tour kann man auch gut mit dem Rad machen (ist nicht so anstrengend), aber die rasanteste Tour über die Wallanlagen ist mit dem Segway möglich.

Segwaytour im Seeligerpark Wolfenbüttel
Die Wallanlagen lassen sich in den Sommermonaten mit dem Segway erkunden (hier im Seeligerpark) ©Thorsten Raedlein, Stadt Wolfenbüttel

Ihr habt Teil 1 der Wallanlagen-Tour verpasst? Dann gibt es den Beitrag hier zum Nachlesen.

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