Ausgefallene Eissorten, die ihr diesen Sommer probieren müsst – Teil 3

Ich freue mich, dass ihr mich auch auf der letzten Etappe bei meiner Suche nach den ausgefallenen Eissorten des Sommers 2016 in Wolfenbüttel begleitet. Diesmal möchte ich euch zwei Eisdielen vorstellen, die ihr unbedingt mal besuchen müsst, auch wenn sie sich außerhalb der Innenstadt befinden.

Gemütliches Ausflugscafé in Salzdahlum
Zunächst mache ich mich auf den Weg zur Eisdiele „Eiszeit“ nach Salzdahlum. Schon vor Beginn meines Ausfluges bekomme ich von mehreren Bekannten gesagt, dass sich diese Eisdiele hervorragend als Ziel für kleine Fahrrad- und Motoradtouren eignet. In der Fahrradbroschüre der Stadt Wolfenbüttel ist auch eine vom ADFC geplante Tour dorthin beschrieben. Und ich habe mir sagen lassen, dass es nun auch einen Radweg von Braunschweig nach Salzdahlum gibt. Also schwingt euch aufs Rad und los geht’s! An der „Eiszeit“ angekommen, stelle ich fest, dass neben vielen Fahrrad- und Motoradfahrern auch viele Ausflügler mit dem Auto anreisen, sodass ich erst ein bisschen brauche, bis ich in einer Seitenstraße einen Parkplatz gefunden habe. Also werde ich das nächste Mal auch das Fahrrad nehmen und auf dem Weg den Ausblick auf die weiten Felder des Nördlichen Harzvorlandes genießen. Schon beim vorbei fahren fällt mir die vollbesetzte, idyllische Terrasse mit den großen Kastanienbäumen und einer klassischen, aber bunt bemalten Biergartenbestuhlung auf. Ich liebe diese gemütliche Biergartenatmosphäre! Passend dazu ist auf der Terrasse auch Selbstbedienung angesagt. Bei einem Gespräch mit der Chefin Frau Everding erfahre ich, dass die bunten Stühle ein Markenzeichen der „Eiszeit“ sind und sie diese selbst bemalt hat. Wenn die bunten Stühle raus gestellt werden, so sagen die Anwohner und Gäste, ist der Frühling da :).

"Eiszeit" in Salzdahlum / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
„Eiszeit“ in Salzdahlum / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Bunt bemalte Biergartenbestuhlung der "Eiszeit"/ © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Bunt bemalte Biergartenbestuhlung der „Eiszeit“/ © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel

Auch drinnen finde es ich es durch die hellen Holzmöbel und die teilweisen antiken, aber sehr schönen Blechschilder und Bilder an der Wand sehr gemütlich, und ein bisschen erinnert mich die Eisdiele an Ausflüge mit meinen Großeltern in Kindertagen. Das liegt sicher auch an der kleinen Stofffahne am Eingang.

Fahne der "Eiszeit" in Salzdahlum / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Fahne der „Eiszeit“ in Salzdahlum / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel

Mobiliar mit Geschichte
Auch mit der Ausstattung hat es etwas Besonderes auf sich, denn jedes Möbelstück und jedes Dekorationselement hat eine Geschichte. Es handelt sich zum Großteil um Einzelstücke, die mit viel Liebe und Herzblut aufbereitet und zusammengestellt wurden. So hat Frau Everding zum Beispiel die rechteckigen Tische ersteigert und der vorherige Besitzer kam extra vorbei, um zu schauen, ob es die Tische auch gut haben ;). Zufällig hat sie zu den Tischen wenig später auch passende Stühle gefunden, beziehungsweise haben die Stühle sie gefunden, wie sie sagt. Es gibt sogar Tische, für die alte Fußbodendielen wiederverwertet wurden. Die komplette Einrichtung, inklusive der Raumaufteilung, haben Mutter und Tochter selbst entworfen. Ich finde das sehr bemerkenswert und besonders, denn wo findet man so viel Liebe zum Detail und eigenes Engagement heutzutage noch? Und nicht nur das zeichnet den Familienbetrieb aus, den es schon über 25 Jahre lang gibt.

Mobiliar mit Geschichte in der "Eiszeit"/ © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Mobiliar mit Geschichte in der „Eiszeit“/ © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Frau Everding mit der Ehrenurkunde zum 25-jährigen Bestehen der "Eiszeit"/ © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Frau Everding mit der Ehrenurkunde zum 25-jährigen Bestehen der „Eiszeit“/ © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel

Hochwertiges, natürliches Eis
Auch hier habe ich wieder ausgefallene Eissorten für euch gefunden und probiert. Neben 6 klassischen Sorten (Vanille, Stracciatella, Schokolade, Amarena, Jogurt und Haselnuss) gibt es viele verschiedene, wechselnde, außergewöhnliche Sorten wie zum Beispiel Brasilero (Vanilleeis mit Limette und Pistazie), Quark-Granatapfel, Butterkeks, geröstete Mandel, Buttermilch-Limette oder auch Mozartkugel. Das Eis wird in der „Eiszeit“ im Nebenraum unter Verwendung von frischer Vollmilch und echten Früchten selbst hergestellt. Es wird ausschließlich mit hochwertigen Zutaten gearbeitet, denn die Qualität ist Frau Everding sehr wichtig. Sogar veganes Eis und Soja Eis, welches ohne Zucker (mit Fruchtzucker) und ohne Milch hergestellt wird, kann ich hier probieren. Das  Zartbittereis finde ich sehr außergewöhnlich, denn es wird ohne Milch hergestellt und ist daher ein Sorbet. Ich entscheide mich für eine Kugel Brasilero und eine Kugel Zartbitter, die mich als Schokoladenliebhaber besonders begeistert. So intensives Schokoladeneis habe ich selten gegessen und kann es euch sehr empfehlen! Meine Begleitung ist mit dem Waldmeistereis auch sehr zufrieden und wir stellen beide fest, dass das Eis natürlich schmeckt, da es nicht so süß ist.

Brasilero, Zartbitter und Waldmeister - Eissorten der "Eiszeit"/ © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Brasilero, Zartbitter und Waldmeister – Eissorten der „Eiszeit“/ © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel

Kultige Eismanufaktur
Ausklingen lasse ich meine Tour in der kultigen Sylter Eismanufaktur, die sich außerhalb der Innenstadt Richtung Fümmelse befindet. Der Weg zum Eis führt durch einen kleinen, wunderschön bepflanzten Garten, in dem Sitzgelegenheiten aus Holz zum Entspannen einladen. Ich habe ein bisschen das Gefühl, ich befinde mich in einem privaten Garten eines Einfamilienhauses – eine für eine Eisdiele ungewöhnliche, aber zugleich erfrischende Atmosphäre. Die Inneneinrichtung ist hell und modern in „Shabby Chic“-Optik gehalten, was mir persönlich sehr gut gefällt.

Idyllischer Garten der Sylter Eismanufaktur / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Idyllischer Garten der Sylter Eismanufaktur / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Tresen der Sylter Eismanufaktur / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Tresen der Sylter Eismanufaktur / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Gemütliche Inneneinrichtung in der Sylter Eismanufaktur / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Gemütliche Inneneinrichtung in der Sylter Eismanufaktur / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel

Traditioneller Eistresen
Auffallend anders ist auch der Eistresen, denn statt den sonst üblichen quadratischen Eisbehältern finde ich hier traditionelle Eiszylinder und bekomme von der Chefin Frau Borkowski erklärt, dass diese stromsparend sind und das Eis zudem über Nacht in den Truhen bleiben kann, da es durch eine elektronische Steuerung konstant gekühlt wird. Zudem behält es an besonders heißen Tagen länger seine gewünschte Konsistenz. Auch in der Sylter Eismanufaktur wird das Eis im Hinterzimmer selbst hergestellt, wobei keine Farbstoffe und keine künstlichen Aromen, sondern ausschließlich natürliche Zutaten verwendet werden. Bis auf die Sorte Banane sind alle Fruchtsorten laktose- und glutenfrei.

Eiszylinder der Sylter Eismanufaktur / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Eiszylinder der Sylter Eismanufaktur / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Frau Borkowski mit ihrer Eismaschine in der Sylter Eismanufaktur / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Frau Borkowski mit ihrer Eismaschine in der Sylter Eismanufaktur / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel

Ich erfahre, dass die Sylter Eismanufaktur kein Franchise-Betrieb ist. Es handelt sich hingegen um eine Interessengemeinschaft von Menschen, die das Eismachen alle bei demselben Lehrer in einer Eisfachschule gelernt haben. So gibt es in ganz Deutschland 5 Sylter Eisdielen (eine in Sylt, 3 in Nordrhein-Westfalen und eine in Wolfenbüttel). Die Sylter Eismanufaktur in Wolfenbüttel steht in regem Kontakt und Ideenaustausch mit der Eismanufaktur auf Sylt. Die Sorten können variieren, die Rezepturen sind jedoch gleich.

Abgefahrene, kreative Sorten
Die Besonderheit der Sylter Eismanufaktur sind die vielen verschiedenen, wechselnden Sondersorten. Die Auswahl ist so groß, dass ich an dieser Stelle nur einige Sorten aufzählen kann, die es in der Vergangenheit gab und auch immer mal wieder gibt. Dazu gehören zum Beispiel Apfel-Sellerie, Orange-Basilikum, Lakritz-Salzig, Waldmeister, Holunder-Lavendel, Birne-Kresse, Doppelbockbier-Eis zum Vatertag usw. Heute gibt es als Sondersorten unter anderem Prosecco und Milchreis. Christin und Jörg Borkowski sind sehr kreativ und denken sich immer neue Sorten aus. Wahnsinn!! Auch verschiedene Toppings stehen euch zur Auswahl. Ich habe mit Freunden unter anderem das Prosecco-Eis und Mangoeis probiert und es ist herrlich erfrischend!

Mangoeis der Sylter Eismanufaktur / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel
Mangoeis der Sylter Eismanufaktur / © Elisabeth Fischer, Stadt Wolfenbüttel

Zum Waldmeistereis muss ich euch noch was erzählen. Da ohne Farbstoffe gearbeitet wird, ist es in der Sylter Eismanufaktur weiß und wird aus getrocknetem Waldmeister hergestellt, der mit Zucker zu einer Art Sirup eingekocht wird. Sowas beeindruckt mich ja immer sehr! Es werden sogar Früchte von Gästen verarbeitet. Wenn jemand also mal viel Obst erntet und weiß nicht wohin damit, vielleicht eignet es sich ja zur Eisherstellung :).

Wenn es mal etwas mehr sein darf
Ihr könnt das Ehepaar Borkowski auch mit ihrem mobilen Stand auf verschiedenen Veranstaltungen treffen und diesen für Feste auch mieten. Alternativ habt ihr auch die Möglichkeit, euch bei der Produktion des Eises ganze Kisten mit Eis für zu Hause, auf Wunsch auch in einzelnen Kugel portioniert, abfüllen lassen. Andere Eisdielen hingegen werden nicht beliefert, wie fälschlicherweise aufgrund des Namens „Manufaktur“ oft angenommen. Ein tolles Angebot, dass ich so noch nicht gesehen habe und sicher bald in Anspruch nehmen werde!
Die Borkowskis sind super nett, sehr herzlich und nehmen sich gerne Zeit für ein Pläuschchen mit den Gästen. Bei meinem Besuch hatte ich auch ein sehr nettes Gespräch mit zwei Campern aus dem Raum Hannover, die bei ihrem Aufenthalt in Wolfenbüttel die Sylter Eismanufaktur für sich entdeckt haben. Ein sehr gelungener Abschluss meiner Schlemmertour.

Ich hatte euch ja am Anfang erzählt, dass ich so meine zwei Lieblingseisdielen hatte und wenig Neues riskiert habe. Das hat sich geändert, denn jede Eisdiele in Wolfenbüttel ist anders und hat ihre Besonderheiten. Ab jetzt entscheide ich mich für eine Eisdiele je nachdem wonach mir oder meinem Besuch gerade ist und ich kann euch nur ans Herz legen diesen Sommer eine Schlemmertour mit einzuplanen. Es lohnt sich! Einen Tipp zum Schluss: Sprecht mit den Eismachern über ihre Leidenschaft! So erfahrt ihr spannende Geschichten über die Herstellung, die Zutaten und andere Besonderheiten. Und traut euch an außergewöhnliche Sorten, sonst verpasst ihr was! Genießt den Sommer in Wolfenbüttel :)!

Alle Eisdielen in Wolfenbüttel findet ihr auch bei Google Maps.

Linktipp: Karin vom Blog bonn geht essen war bei ihrem Besuch in Wolfenbüttel auch in der Sylter Eisdiele. Was sie erlebt hat, lest ihr auf ihrem Blog.

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6 Gedanken zu “Ausgefallene Eissorten, die ihr diesen Sommer probieren müsst – Teil 3

  1. Der Blog über die vielen verschiedenen Eisdielen ist super, total interessant geschrieben und weckt die Neugier so viel wie möglich Eissorten einmal sebst zu probieren und das Ambiente der verschiedenen Eisdielen zu genießen. Echt super! !!

  2. Die Berichte über ausgefallene Eissorten sind sehr interessant. Man möchte gleich loslaufen und verschiedene Eissorten probieren. Wolfenbüttel ist nicht nur eine geschichtsträchtige Stadt, sondern auch sehr lecker!!!
    Ruth und Reinhard Becker

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